+++ Eilmeldung +++

Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft - Münchner filmt Unfall hier im Video

Kran im Arabellapark umgestürzt - Großeinsatz läuft - Münchner filmt Unfall hier im Video
Eine Gruppe von Männern und eine Frau stehen um eine goldene Bodenplatte und applaudieren
+
Feierliche Enthüllung auf dem „Walk of Fame“ vor der Loisachhalle: (v. li.) Stefan Angermaier, Michel Scollo (Flößerbetrieb Josef Seitner), Martina Seitner, Michael Angermeier, Franz Seitner, Hans-Werner Kuhlmann (Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen), Alfred Fraas (Kulturreferent des Stadtrats) sowie Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Ruhmreiches Traditionshandwerk

Wolfratshauser „Walk of Fame“: Ehre für Flößerbetriebe Seitner und Angermeier

  • vonPeter Herrmann
    schließen

Die Flößerei hat in Wolfratshausen Tradition. Daran erinnert nun auch eine Messingplakette auf dem Wolfratshauser „Walk of Fame“.

  • LAW vergibt seit 2013 Messingplaketten auf dem „Walk of Fame“
  • Auszeichnung für Franz Seitner, Josef Seitner und Michael Angermeier
  • Betriebe haben Tradition in Wolfratshausen

Wolfratshausen – Seit 2013 vergibt der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Messingplakette, die auf dem „Walk of Fame“ vor der Loisachhalle eingelassen wird. Am Samstagvormittag konnten sich die drei Flößerbetriebe Franz Seitner, Josef Seitner und Michael Angermeier über diese Auszeichnung freuen.

„Die Flößerei ist in Wolfratshausen jahrhundertelang zu Hause und als touristische Attraktion mittlerweile in ganz Europa bekannt“, erklärte LAW-Vorsitzender Hans-Werner Kuhlmann in seiner Grußansprache. Damit hätten die Familienbetriebe für die Kommune, die den Titel internationale Flößerstadt trägt, etwas Außergewöhnliches geleistet – und somit das Hauptkriterium für die Verleihung des Messingschildes erfüllt. Angefertigt hat es Marc-Andreas Hofmeister in seiner Höhenrainer Kunstgießerei.

Festakt mit Bürgermeister Heilinglechner und Ex-Ministerpräsident Stoiber

Zum Festakt kamen am Samstag neben Bürgermeister Klaus Heilinglechner und zahlreichen Stadträten auch weitere „Walk of Fame“-Preisträger wie der frühere bayerische Ministerpräsident und Wolfratshauser Ehrenbürger Dr. Edmund Stoiber, der Kabarettist Josef Brustmann und der Musikschul-Chorleiter Yoshihisa Kinoshita ins Foyer der Loisachhalle, Aufgrund der Infektionsschutzbestimmungen war die Anzahl der geladenen Gäste überschaubar. Die von Birgit Oblasser geleitete Blasmusikgruppe der Musikschule spielte – mit großem Sicherheitsabstand zu den Anwesenden – im ersten Obergeschoss des Foyers.

Die Flößerei wird aber auch diese Krise überstehen.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner 

Bevor der Kulturreferent des Stadtrats, Alfred Fraas, zu seiner Laudatio ansetzte, erinnerte Rathauschef Klaus Heilinglechner noch einmal daran, dass die deutsche Unesco-Kommission die Flößerei 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen hat. Dass die drei Familienbetriebe in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie keine einzige Fahrt über Loisach und Isar nach München durchführen konnten, bedauerte der Bürgermeister zutiefst. „Die Flößerei wird aber auch diese Krise überstehen“, ist sich Heilinglechner sicher.

Die drei Flößerbetriebe Franz Seitner, Josef Seitner und Michael Angermeier sind seit Samstag mit einer Messingplakette auf dem Wolfratshauser „Walk of Fame“ vertreten.

Fraas ließ die Historie der Flößerei im Isar- und Loisachtal Revue passieren. So entwickelte sich schon im Mittelalter durch die Gründung der Städte München und Landshut ein reger Floßverkehr auf der Isar. Über die weiterführende Donau gelangten einige der tonnenschweren Holzgefährte bis ans Schwarze Meer. In Wolfratshausen sorgte Matthias Seitner 1850 für Aufsehen, indem er seinen Betrieb als Gewerbe anmeldete und vom damaligen Königreich Bayern die staatliche Konzession erhielt. Seine Söhne und Enkel setzten das Handwerk fort. Heute führen Franz Seitner mit seinen Kindern Monika und Andreas sowie Josef Seitner mit seinen Töchtern Martina und Petra die Flößereibetriebe.

Familie Angermeier zuerst in Arzbach

Auf eine lange Tradition kann auch Floßmeister Michael Angermeier zurückblicken. Sein Großvater Sebastian ließ sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Arzbach nieder, um von dort eine Fähre nach Obergriesbach zu betreiben. Da das Flussbett der Isar dort austrocknete, weil ihr das Walchenseekraftwerk seit 1924 Wasser zur Stromgewinnung entzog, übernahmen die Angermeiers 1971 den Floßbetrieb von Nikolaus Willibald und ließen sich an der zwischen der Pupplinger Au und Wolfratshausen gelegenen Floßlände unterhalb der Marienbrücke nieder.

Am Ende seiner Laudatio blickte Fraas auf die für 2023 angesetzte Johanni-Floßprozession in Wolfratshausen voraus. Die im Drei-Jahres-Rhythmus stattfindende feierliche Prozession wurde 1994 wiederbelebt und soll in drei Jahren zusammen mit dem Internationalen Flößertag in Wolfratshausen zu erleben sein. Franz Seitner hofft, dass die Floße im nächsten Jahr wieder ablegen können. Abschließend stießen die Ehrengäste im Wirtshaus Flößerei auf das Wohl der Familien Seitner und Angermeier an. Den passenden Trinkspruch hatte Hermann Paetzmann vom Verein Flößerstraße parat: „Sechs Doppelliter höre ich sagen, füllen einen Flößermagen!“

ph

Auch interessant

Kommentare