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Enthüllung des vierten Sterns auf dem Wolfratshauser „Walk of Fame“ (v.li.) Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Kulturreferent Alfred Fraas, Preisträger Josef Brustmann sowie LAW-Vorsitzender Hans-Werner Kuhlmann. 

„Lieber hier als in Hollywood“

Wolfratshauser Walk of Fame: Der vierte Stern geht an Josef Brustmann

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Der in Waldram aufgewachsene Kabarettist Josef Brustmann hat einen Stern auf dem Walk of Fame erhalten. Der nahm es - wie könnte es anders sein - mit Humor. 

Wolfratshausen – Keinen geringeren als Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) zitierte der geehrte Josef Brustmann bei der Feierstunde anlässlich der Verleihung seines Sterns auf dem Wolfratshauser „Walk of Fame“. „Ob mir diese Ehre zu recht zukommt, kann ich selber gar nicht beurteilen“, sagte Brustmann in seiner so unvergleichlichen Bescheidenheit – und weiter: „Das ist vielleicht ein bisschen so wie Reich-Ranicki einmal sagte, dass Schriftsteller von Literatur so viel Ahnung haben wie Vögel von Ornithologie.“

Zunächst begrüßte Werner Kuhlmann, die, so Brustmann, „Herz-und Lungenmaschine“ des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) die Festgäste, darunter zahlreiche Stadträte sowie die noch viel zahlreicher erschienenen Familienmitglieder des Preisträgers. Humorvolle Grußworte sprach Bürgermeister Klaus Heilinglechner: „Bei den Kabarettisten muss man ja immer vorsichtig sein. Sie sagen einem ja immer im Nachgang, was man falsch gemacht hat.“ Der Wolfratshauser Rathauschef würde sich wünschen, sie würden es einem vorher sagen.

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Mit einer wertschätzenden Laudatio machte der Kulturreferent des Stadtrats, Alfred Fraas, deutlich: „Josef Brustmann erfüllt alle Kriterien, die an diese Auszeichnung geknüpft sind.“ Er hebe sich mit seinem Kabarett- und Musikprogramm wohltuend von der ständig wachsenden Schar selbst ernannter Comedians ab und habe die Loisachstadt weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Fraas: „Damit ist er ein Botschafter Wolfratshausens, auch wenn das kein offizieller Titel ist.“

Der Wahl-Ickinger Brustmann, der auf der Flucht der Familie aus der mährischen Heimat in Teisendorf geboren wurde und später dann mit der Großfamilie in Waldram aufgewachsen ist, sei ein echtes Wolfratshauser Original, so der Kulturreferent.

Nach der feierlichen Enthüllung der Messingplatte, für die die ebenfalls anwesende Künstlerin Sandra Kolondam die Zeichnung gestaltet hatte, lieferte Josef Brustmann vor Ort eine kurzweilige und ausgefeilte Kostprobe seines kabarettistischen und musikalischen Könnens. Begleitet wurde er von dem Akkordeonisten Martin Regnat aus Bad Tölz. Brustmann scherzte über die noch frisch polierte, glänzende Platte im Boden vor der Loisachhalle: „Mei’ Mutter, wenn’s noch leben tät, würd’ sagen ,Mei Bua! Und direkt nebe’m Stoiber!“ Brustmann mit einem Augenzwinkern weiter: „Dabei hätte ich mir früher vielleicht gewünscht in Los Angeles mit einem Stern verewigt zu werden, am liebsten gleich neben der Britney Spears.“ Die Pop-Sängerin habe bereits 2003 ihren Stern bekommen. Doch nach ihrer jüngsten Äußerung zur Todesstrafe (Brustmann zitierte sie nur kurz: „Eine manchmal sicher sinnvolle Strafe, damit derjenige es dann beim nächsten mal besser weiß.“) sei er jetzt froh: „Dann doch lieber hier als in Hollywood.“

Zusammen mit Martin Regnat spielte der 2015 mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnete Brustmann anschließend sein Lied „An der Isar“, das er dem Anlass entsprechend schnell auf „An der Loisach“ umtextete. Regnat überzeugte auch solo mit „Enervato“ und „Komisch Panonisch“.

Ein besonderes Highlight am Samstagvormittag war aber, dass Martin Regnat und Josef Brustmann gemeinsam mit einer Schwägerin und allen seinen sieben Geschwistern vor der Loisachhalle ein Lied anstimmten. Ein bewegender Augenblick bei einer insgesamt ausgelassenen Feierstunde. 

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