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Wegen eines Bierflaschenwurfs musste sich ein Wolfratshauser vor dem Amtsrichter verantworten.

Verhandlung vor dem Amtsgericht

Wolfratshauser wirft Bierflasche: Sechs Monate auf Bewährung

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Eine fliegende Bierflasche verletzt einen 39-Jährigen am Bein. Absicht oder bloß Pech? Richter und Anklagevertreterin schenken der Version des Angeklagten keinen Glauben.

Wolfratshausen Drei Männer trinken miteinander. Dabei geraten zwei von ihnen in einen Streit, der blutig endet. Ein 42-Jähriger wirft eine Bierflasche nach seinem Wohnungsnachbarn (39), die Flasche zerschellt am Türrahmen, die herumfliegenden Scherben ritzen das linke Bein des Opfers zehn Zentimeter lang auf. So steht es in der knapp gefassten Anklageschrift gegen einen derzeit arbeitslosen Wolfratshauser, der sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten musste. Der Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

In der Verhandlung gestaltete sich die Aufarbeitung des Geschehens vom 29. April dieses Jahres schwierig. „Man kann sich der Tat nur annähern“, fasste die Staatsanwältin ihre Eindrücke nach der Anhörung verschiedener Zeugen zusammen. In einem Punkt war sie sich jedoch sicher: „Die Einlassung des Angeklagten ist ein Schmarrn.“

Der Mann hatte beteuert, „niemals eine Bierflasche geschmissen“ zu haben. Als sein Bekannter gemeinsam mit einem weiteren Hausbewohner an jenem Abend gegen 23.30 Uhr zu ihm gekommen sei, ihn wach gemacht und „zugetextet“ habe, sei er zum Kühlschrank gegangen, um sich ein Bier zu holen. „Die Flasche ist mir aus der Hand gefallen“, erklärte der Angeklagte. Sein Kumpel sei daraufhin aus dem Zimmer gegangen. „Dann war plötzlich die Polizei da“, erinnerte sich der Beschuldigte und argwöhnte, der Geschädigte habe „sich die Scherbe genommen und sich selbst geritzt“.

„Das ist völliger Blödsinn“, gab Richter Helmut Berger zu erkennen, dass er diese Version ebenso wenig glauben mochte wie die Anklagevertreterin. Der Geschädigte selbst konnte zur Aufklärung nur bedingt beitragen. „Ich bin runter zu ihm, wollte ein Bierchen trinken“, sagte der 39-Jährige. „Dann ist die Flasche geflogen gekommen.“ Die linke Wade habe es ihm aufgeritzt, die Wunde sei mit sechs Stichen genäht worden. Ob die Flasche ihm gegolten habe, könne er nicht mit Bestimmtheit sagen, so der Geschädigte weiter. „Vielleicht ist sie ihm auch nur ausgerutscht.“ Der Richter kratzte sich an der Stirn.

Für das Opfer war der Abend damit jedoch nicht zu Ende gewesen. „Er wird ins Krankenhaus gebracht. Er kommt aus dem Krankenhaus zurück. Wir trinken. Er fällt die Kellertreppe runter. Ich wuchte ihn die Treppe rauf, er fährt wieder ins Krankenhaus“, gab der Angeklagte eine Kurzfassung des weiteren Verlaufs zu Protokoll. Der 39-Jährige hatte sich bei dem Treppensturz ein Bein gebrochen. „Hat sich gelohnt, der Tag“, stellte der Richter trocken fest.

Eine weitere juristische Episode: 

Amtsgericht verurteilt Unternehmer wegen Betrugs

Seit dem Tag trinke er nichts mehr, beteuerte der Geschädigte, der in jener Nacht mit 1,3 Promille Alkohol im Blut in den Keller gestürzt war. Ein Atemalkoholtest ergab für den Angeklagten 2,2 Promille, für einen weiteren Zeugen, der mitgetrunken hatte, 2,4 Promille. Richter Berger verurteilte den Wolfratshauser wegen „versuchter gefährlicher Körperverletzung“ zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung. Als Auflage muss der Verurteilte 100 Stunden Sozialdienst leisten. In seiner Urteilsbegründung sagte Berger: „Bierflaschen werfen geht gar nicht – auch besoffen nicht. Das ist ein nicht zu tolerierendes Verhalten.“

rs

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