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Hat eine Fangemeinde in der Karibik: Lea Kinder (16) aus Wolfratshausen. 

Ungewöhnliches Auslandspraktikum

Wolfratshauserin wird mit Ukulele zur Inselberühmtheit

Eine 16-jährige Wolfratshauserin ist in der Karibik eine kleine Inselberühmtheit geworden. Ihr – Videoclip schlägt hohe Wellen auf Carriacou.

Wolfratshausen – Es ist eine idyllische Szene: Auf einer beschaulichen Insel mitten in der Karibik tummeln sich rund 30 Segler in einer gemütlichen Strandbar unter Sonnenschirmen. Zu kühlen Cocktails gibt es Live-Musik: Ein junges Mädchen spielt auf ihrer Ukulele und singt „Back to black“, im Original von Amy Winehouse.Das junge Mädchen ist die 16-jährige Lea Kinder. Die Wolfratshauserin absolvierte ein sechswöchiges Auslandspraktikum auf der 6000-Seelen-Insel Carriacou. Dort arbeitete sie als Kellnerin in einem Restaurant – und wurde durch Zufall eine kleine Inselberühmtheit.

„Meine Mitschüler sind für das Praktikum nach England, Frankreich oder Kanada geflogen“, erzählt Lea Kinder im Gespräch mit unserer Zeitung. Da war ihre eigene Auswahl, die Insel Carriacou, die zu den Grenadinen gehört, „schon etwas exotisch“. Und das ist nicht die einzige Besonderheit ihres Aufenthalts: Die 16-Jährige jobbte nicht nur als Kellnerin, sondern trat in verschiedenen Bars mit ihrer Ukulele auf.

Gastronomen wurden auf Lea Kinder

Die Gigs verdankt sie einer Verkettung von Zufällen: „Meine Gastfamilie wusste, dass ich gern Musik mache, und hat mir von einer Jam-Session berichtet, die jeden Dienstag in einer Bar auf der Insel stattfindet.“ Lea besuchte die Veranstaltung. Weil nur wenige Hobbymusiker ans Mikrofon traten, packte sie ihr Instrument und spielte kurzerhand selbst drauf los. „Eine Frau aus dem Publikum hat das mit dem Handy gefilmt und auf Facebook hochgeladen.“ Der kurze Videoclip wurde in dem sozialen Netzwerk immer beliebter. Dadurch wurden auch einige Gastronomen aus Carriacou auf das Wolfratshauser Nachwuchstalent aufmerksam. Sie boten Lea an, auch in deren Lokalen aufzutreten. „Es haben sogar Leute von anderen Inseln geschrieben, ob ich nicht dort auch vorbeikommen möchte“, sagt die 16-Jährige und lacht.

Der Erfolg ihres Auftritts hat sie „total überrascht“, erzählt die Schülerin, die die elfte Klasse der Freien Waldorfschule Isartal in Geretsried besucht. Zuvor hatte die Hobbymusikerin, die früher Klavier und Geige spielte, höchstens im kleinen Familienkreis oder als Teil einer Schulband vor Publikum gespielt. „Ein bisschen aufgeregt war ich vor den Auftritten schon. Es ist ja etwas ganz Anderes, wenn man vor Fremden auftritt.“

„Ich habe gelernt, alleine vor Publikum aufzutreten.“

Ihre Nervosität hielt sie nicht davon ab, ihrem ersten kleinen Gig vor rund 20 Restaurantgästen weitere folgen zu lassen. Insgesamt zehn Mal spielte Lea während ihres sechswöchigen Aufenthalts. Wenn sie gerade nicht im Restaurant Bestellungen aufnahm oder Tische abräumte, trat sie mit ihrer Ukulele in Strandbars auf.

Ihren größten Auftritt hatte die 16-Jährige vor 70 Zuschauern – bei einer Einwohnerzahl von 6000 Insulanern eine beachtliche Besucherquote. Obwohl auf Carriacou hauptsächlich Reggae-Musik gehört wird, blieb Lea ihren Vorlieben treu: Lieder der Band „Twenty One Pilots“, Amy Winehouse und John Lennon gehören zu ihrem Repertoire.

Seit Ende Dezember ist die Wolfratshauserin wieder in ihrer Heimat. „Das war schon eine Umstellung: Das Frieren im bayerischen Winter und bei 30 Grad in der Karibik zu baden, sind dann doch recht unterschiedlich.“ Von ihrem Ausflug auf die Insel nimmt sie einige Erfahrungen mit: „Die Lebenseinstellung dort ist eine ganz andere.“ Und für ihre musikalische Zukunft? „Ich habe gelernt, alleine vor Publikum aufzutreten.“ Mit der Musik möchte sie weitermachen: „Das Hobby zum Beruf zu machen, wäre ein Wunschtraum.“ Eine kleine Fangemeinde inmitten der Karibik hat sie schon.

Dominik Stallein

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