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An seinem Hanomag hängt ein WOR-Kennzeichen, an dem hängt der Wolfratshauser Richard Kugler.

Das WOR-Autokennzeichen rückt näher

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Autofahrer im Landkreis haben künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wahl: Entweder prangt auf ihrem Nummernschild TÖL - oder das Blech schmückt die Buchstabenkombination WOR.

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Die Verkehrsminister der Länder haben sich am Mittwoch in Potsdam einstimmig für die Wiedereinführung der alten Kfz-Kennzeichen ausgesprochen. Das letzte Wort hat der Bundesrat, dem die Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung obliegt. Nach dem klaren Votum der 16 Verkehrsminister gilt die Neuregelung jedoch nur noch als Formsache - falls aus den Landkreisen und Städten kein Widerstand kommt.

Dass Wolfratshausen Einspruch erhebt, ist ausgeschlossen. Im Gegenteil: Im vergangenen Monat sprach sich der Stadtrat wie berichtet einhellig für eine Renaissance der WOR-Schilder aus. Allerdings soll es den Autofahrern überlassen bleiben, für welche Buchstabenkombination - TÖL oder WOR - sie sich entscheiden. Zudem darf der entstehende Verwaltungsaufwand nicht mehr als 500 Euro im Jahr kosten.

Einer der prominentesten Befürworter der geplanten Neuregelung in Wolfratshausen ist der Stadtrat und Spenglermeister Richard Kugler. Auf seinem Hanomag-Firmenwagen prangt das WOR-Schild, das der Lokalpatriot mit Stolz durch die Lande fährt. Für Kugler drücken die Versalien ein Heimatgefühl aus, die Entscheidung der Verkehrsminister sei „ganz, ganz klasse - positiv für unser Selbstwertgefühl“.

Kritik an dem Vorhaben äußert der Deutsche Landkreistag. „Das erinnert mich doch sehr an nostalgische Kleinstaaterei, wenn entgegen dem Trend zu den derzeit 383 Autokennzeichen mehr als 300 hinzukommen würden“, sagt Präsident Hans Jörg Duppré. Landrat Josef Niedermaier ist ähnlicher Meinung: Das Vorhaben sei „ein absoluter Schmarrn“. Er habe nichts gegen Wolfratshausen, beteuert Niedermaier. „Aber wenn schon eine Reform, dann eine gescheite“, denn: Warum sollte Geretsriedern und Germeringern versagt bleiben, sich per Autokennzeichen zu ihrer Heimatstadt zu bekennen? Für den Landrat wäre die Lösung, „Kfz-Register und Einwohnermelderegister zusammenzulegen“ und jedem Bayern, jedem Deutschen ein individuelles Autoschild zu pressen, das er bis ans Lebensende behalten darf. (cce)

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