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Selbst ist der Wolfratshauser: Knapp 50 Bürger kamen am Samstag zum Kreativtag in die Loisachhalle.

Kreativtag

Workshop: So sehen die Pläne zur Aufwertung der Wolfratshauser Altstadt aus

48 Wolfratshauser setzten sich mit Stadtplanern und Moderatoren zusammen, um Vorschläge einzubringen und Planskizzen zur Aufwertung der Altstadt zu entwerfen.

Wolfratshausen – Der im Herbst des vergangenen Jahres begonnene Bürgerbeteiligungs-Prozess der Stadt erreichte am Samstag in der Loisachhalle seinen vorläufigen Höhepunkt. 48 Wolfratshauser setzten sich im Rahmen eines Kreativtags an vier Tischen mit Stadtplanern und Moderatoren zusammen, um Vorschläge einzubringen und Planskizzen zu entwerfen. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Altstadt einer umfassenden Aufwertung bedarf. Welche Maßnahmen dafür nötig sind, bleibt jedoch nach wie vor umstritten.

Die Teilnehmer erarbeiteten in vier Gruppen Ideen für eine Aufwertung der Innenstadt und stellten sie anschließend vor. Die ebenfalls anwesenden Mitglieder des Stadtrats und der Verwaltung durften nur zuhören.

Mit fünf Impulsreferaten zu den bisherigen Ergebnissen aus der Auftaktveranstaltung im November sowie der Stadt(ver)führung und dem digitalen Brainstorming im Dezember wurden die Teilnehmer auf die später folgende Gruppenarbeit eingestimmt. Torsten Zink vom Büro „Identität und Image Coaching AG“ wünschte sich diesbezüglich eine rege Beteiligung: „Sie dürfen heute kreativ sein, lassen Sie sich nicht bremsen“, appellierte er an die Besucher. Denn die zahlreich erschienenen Vertreter des Stadtrats und der -verwaltung durften den Diskussionen an den Tischen nur zuhören und mussten sich mit ihren Kommentaren zurückhalten.

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Bis die jeweiligen Sprecher der vier Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse präsentieren durften, vergingen vier Stunden intensiver Kontroversen. Einigen Teilnehmern schien am Ende die Zeit davonzulaufen. Denn erst als die Vorschläge mit Stift und Lineal in die Pläne eingezeichnet worden waren, offenbarten sich weitere Optionen. Im Brennpunkt stand vor allem die Gestaltung des Marienplatzes. „Eine Variante wäre, die Bäume und den Brunnen zu versetzen, um mehr Raum für Veranstaltungen zu gewinnen“, berichtete Gruppensprecher Michael Ballon. Hierfür wäre auch eine ebenerdige Gestaltung und ein Rückbau der Stufen hilfreich.

Die Einrichtungen von Querungshilfen sowie die Schaffung eines Tempolimits von 30 Kilometer in der Stunde für den Bereich zwischen der Musikschule und dem Schwankl-Eck sollen die Fußgängerfreundlichkeit in der Innenstadt erhöhen. Einer Veränderung bedürfe laut Ingrid Schnaller auch der Birnmühlplatz. „Die beiden Stellplätze müssten dort gestrichen werden, um mehr Raum zu schaffen“, sagte die Vorsitzende des Werbekreises Wolfratshausen. Die kurz dahinterliegende Engstelle am Untermarkt könnte durch die Errichtung eines Tores in die Marktstraße optisch aufgewertet werden.

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Ein umfassendes Entwässerungskonzept für die zum Bergwald führenden Seitengassen am Ober- und Untermarkt forderte eine von Sprecher Harald Thomas vertretene Gruppe. „Wir wünschen uns auch, dass der Schwerlastverkehr aus der Marktstraße verbannt und auf die Autobahn umgeleitet wird“, sagte Thomas. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung sollen Ruhebänke und Ladestationen für E-Bikes und Smartphones beitragen.

Ein komplettes Parkverbot auf der Marktstraße wurde an einem weiteren Tisch intensiv diskutiert. „Eine Ausnahmeregelung soll nur für behinderte Verkehrsteilnehmer gelten“, schlug Sprecherin Melanie Penzkofer in diesem Fall vor.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner zeigte sich am Ende des Kreativtags sehr zufrieden: „Die Ideen sind heute nur so herausgesprudelt: Das ist ein Prozess, der uns allen guttut“, gab er sich zuversichtlich. Dass ein Teilnehmer gar den Abriss des Rathauses gefordert hatte, nahm das Stadtoberhaupt mit einem Schmunzeln gelassen zur Kenntnis.

Nächster Schritt: ein nicht öffentlicher Machbarkeits-Workshop

Am Ende des Kreativtages stellte Stephanie Pettrich vom Büro „Identität und Image Coaching AG“ die weiteren Schritte des Bürgerbeteiligungsprozesses vor. Demnach findet am 28. Februar in der Stadtbücherei von 16 bis 18 Uhr ein nicht öffentlicher Machbarkeits-Workshop statt. „Dort wird die Umsetzbarkeit der erarbeiteten Vorschläge geprüft“, versprach Pettrich. Beteiligt sind jeweils zwei Sprecher der vier Arbeitsgruppen des Kreativtags sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Vertreter der vier Stadtratsfraktionen, der Regierung von Oberbayern, des Landratsamtes und des Landesamts für Denkmalpflege sowie des Vereins Lebendige Altstadt, des Werbekreises und der Unternehmervereinigung Wolfratshausen. Am 10. April kommt es dann in der Loisachhalle von 19 bis 21 Uhr zur öffentlichen Abschlussveranstaltung des Bürgerbeteiligungs-Prozesses. Die Ergebnisse werden den Stadträten schließlich voraussichtlich im Mai zur Beschlussfassung vorgelegt.

Peter Herrmann

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