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Josef Niedermaier:  „S-Bahn bis nach Bad Tölz ist nicht umsetzbar.“ 

Wünsche im Positionspapier

Landrat Niedermaier: Landkreis soll MVV-Gebiet werden

S 7-Verlängerung, Taktfrequenzen und Barrierefreiheit: Acht Landräte haben in einem Positionspapier ihre Wünsche an den Münchner Verkehrsverbund (MVV) formuliert – darunter Josef Niedermaier (Freie Wähler).

Bad Tölz-Wolfratshausen – Außer der beschlossenen Gleisverlängerung nach Geretsried fordert Niedermaier einen durchgängig zweigleisigen Ausbau der S-Bahnstrecken, barrierefreie Bahnhöfe und einen konsequenten 20-Minuten-Takt. Er führt in dem Papier einzelne Taktlücken auf, die zu schließen sind.

Einige seiner Amtskollegen brachten ihre Visionen für einen Ausbau bestehender Bahnlinien ein. Mit derlei Wünschen an den Verkehrsverbund hielt sich Niedermaier zurück. Lediglich die Verlängerung der S 7 von Wolfratshausen in die größte Stadt im Landkreis – mit Bahnhöfen in Gelting, Geretsried-Mitte und Geretsried-Süd – notierte er im Positionspapier. „Ein weiterer Ausbau der S-Bahn, zum Beispiel bis nach Bad Tölz, ist nicht umsetzbar“, konstatiert der Landrat. Von der Kurstadt aus verkehrt die Bayerische Oberlandbahn (BOB) in die Landeshauptstadt. „Und der Freistaat erschließt eine Stadt von München aus nur einmal“, sagt Niedermaier. Eine Verlängerung der S 7 über Geretsried hinaus sei auch aufgrund des Naturschutzes mehr als fraglich: „Von Egling bis Lenggries zieht sich ein Landschaftsschutzgebiet.“ An eine Überquerung der Isar per Bahn „braucht man gar nicht zu denken“.

„Zentrale Bahnlinie nicht zielführend“

Dass die S 7 die Kreisstadt nicht erreichen wird, sei für den Landkreis kein Drama: „Eine zentrale Bahnlinie für den Landkreis nach München ist meiner Meinung nach nicht zielführend.“ Durch die derzeitigen Strukturen – BOB und S-Bahn – sei sowohl der Nord- als auch der Südlandkreis an die Landeshauptstadt angebunden.

Wünsche hat Niedermaier dennoch: „Es wäre super, wenn es Querverbindungen zwischen den einzelnen S-Bahn-Ästen geben würde.“ Ein ringförmiges S-Bahn-Netz wie beispielsweise Berlin, gibt es um München herum nicht. Von der Metropole führen einzelne Äste in das Umland. Auch innerhalb des Landkreises hätte Niedermaier gerne zusätzliche Verbindungen. Durch die differenzierten Bahnlinien fehle eine interne Verbindung von Bad Tölz nach Geretsried und Wolfratshausen. „Mein Ziel wäre es, den gesamten Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zum MVV-Gebiet zu machen.“ Dazu, so der Landrat, müssten auch jene Bahnlinien Teil des MVV werden, die die Nachbar-Landkreise tangieren, sprich: die Kochelseebahn, die über Iffeldorf und Penzberg im Landkreis Weilheim-Schongau nach Kochel führt – und die Bayerische Oberlandbahn, die Stationen im Landkreis Miesbach passiert, bevor sie von Reichersbeuern bis zur Endstation Lenggries rollt. 

Von Dominik Stallein

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