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Auch für bedürftige Deutsche: Die Radlwerkstatt des Asylhelferkreises mit (v. li.) Laurin, Thomas Pepperl, Ulrich Panik, Franz Laschinger, Ines Lobenstein, Kenneth Dahosa und Erwin Braukmann. 

Asylhelferkreis

Radlwerkstatt feiert ersten Geburtstag

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Die Radlwerkstatt des Asylhelferkreises Wolfratshausen feiert einjähriges Bestehen. Doch auf Festreden, Blumen und Kuchen legt das Team keinen Wert: Sie schrauben unverdrossen weiter.

Wolfratshausen – Erwin Braukmann steht mit einer Checkliste in der Hand neben einem Fahrrad und überprüft die Funktionen. Fahrgestellnummer, Licht vorne, Licht hinten, Kette. Ein Häkchen bedeutet: Alles in Ordnung. Ansonsten wird das Vehikel repariert. „Wir geben nichts Verkehrsuntaugliches ab. Das wäre verantwortungslos.“ Etwa 150 Räder, vom Kinder- bis zum Mountainbike, sind bereits durch Braukmanns Hände gegangen, 140 Stück haben im vergangenen Jahr einen neuen Besitzer gefunden. Bislang waren die Empfänger Flüchtlinge, die sich vorab bei Ines Lobenstein oder Anika Dolliger vom Helferkreis einen Berechtigungsschein abgeholt und anschließend in der Radlwerkstatt vorgesprochen hatten. „Doch jetzt können sich auch bedürftige Deutsche melden.“ Die Radlwerkstatt am Loisachbogen sieht sich als Begegnungsstätte. „Wir, Franz Laschinger, Ulrich Panick, Thomas Pepperl und ich arbeiten hier zusammen mit den Flüchtlingen“, beschreibt Braukmann. „Viele erzählen dabei von ihrem Schicksal, ihrer Flucht, der Angst vor Ablehnung des Asylantrags.“ „Papa“ nennen sie ihn. Wie denjenigen, der zu Hause in der Ferne das Familienoberhaupt ist.

Ehrenamtliche sollten nicht als Bittsteller dastehen müssen

In erster Linie soll die Werkstatt der Hilfe zur Selbsthilfe dienen. Jeder wird dazu angehalten, mitzumachen. „Dabei spielt es keine Rolle, ob die Flüchtlinge ihre Räder reparieren, ,tunen‘ oder dem Team beim Schrauben helfen.“ Die fahrbaren Untersätze holt Brauckmann bei den Vorbesitzern oder in der Deponie ab. Zwei Geburtstagswünsche gibt es dann doch: „Wir würden gerne im Bauhof bei den Fundrädern schauen. Der Bedarf an Sporträdern ist einfach da. Und wir wünschen uns für den Winter ein besseres Quartier.“ Braukmann deutet auf die Garagen. „Da ist es dann einfach zu kalt.“ Ein Wunsch, den Lobenstein voll und ganz versteht: „Man darf nie vergessen, dass diese Arbeit von Ehrenamtlichen geleistet wird. Und die sollten nicht als Bittsteller dastehen müssen.“   

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