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Noch ist nichts los rund um die geschlossene Möbel-Mahler-Filiale in Wolfratshausen. Das wird sich bald ändern: Nachfolger XXXLutz beginnt mit dem Innenausbau. Für das neue Einrichtungshaus werden bereits Mitarbeiter gesucht.

„Mahler-Mitarbeiter sind willkommen“

XXXLutz öffnet in Wolfratshausen: Mitarbeiter gesucht

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Wolfratshausen – XXXLutz sucht für seine neue Filiale in Wolfratshausen Mitarbeiter. Und die Firma beginnt mit dem Innenausbau der ehemaligen Gebäude von Möbel Mahler. Ob es sich um eine verdeckte Betriebsübernahme handelt, wird wohl nie geklärt.

Trubel gibt es lange keinen mehr vor der ehemaligen Möbel-Mahler-Filiale im Wolfratshauser Gewerbegebiet. Autos stehen seit der Schließung Ende Januar vorigen Jahres nicht mehr auf dem Parkplatz, stattdessen flattern Fastfood-Verpackungen herum. Auch die Mülleimer wurden schon lange nicht mehr geleert. Mit Ausnahme von den Flohmärkten ist es still auf dem Areal am Hans-Urmiller-Ring. Drin im Gebäude ist alles leergeräumt, nur die Notausgangs-Schilder leuchten. Bald aber kehrt wieder Leben ein: Die Möbelkette XXXLutz bereitet die Eröffnung einer neuen Filiale vor. Die Vorbereitungen laufen.

Wie berichtet hat die österreichische Gruppe die Mahler-Immobilien gekauft und möchte zwei Einrichtungshäuser mit Restaurants betreiben. In den vergangenen Tagen standen schon Lastwagen der Firma im Gewerbegebiet. Experten vermaßen die Räume, erklärt Unternehmenssprecher Julian Viering auf Nachfrage. Im Januar rücken dann die Handwerker an und beginnen mit dem Innenausbau. Wann eröffnet wird, stehe noch nicht fest.

Neue Räume sind das eine, Mitarbeiter das andere. Nach denen sucht XXXLutz seit vergangener Woche in seinem Karriere-Center im Internet unter karriere.xxxlshop.de. 33 Jobs sind fürs Möbelhaus und das Logistikzentrum ausgeschrieben – vom Restaurantleiter und Koch über Kassenkräfte und Raumausstatter bis zu Lagerlogistikern. Auch Ausbildungsplätze soll es geben. Viering sagt, das Einrichtungshaus möchte etwa 100 Personen beschäftigen. Vor dem Start in Wolfratshausen sollen sie in der nächstgelegenen Filiale in Aschheim geschult werden. Bei der Suche nach Mitarbeitern kooperiere man mit der Agentur für Arbeit. Ein erstes Treffen habe es bereits gegeben, so der Sprecher. „Auch Bewerbungen von ehemaligen Mahler-Mitarbeitern sind willkommen.“

Das ist ein heikles Thema. Denn mit der Schließung von Möbel Mahler wurden alle 260 Mitarbeiter entlassen. Einige haben bis heute keine neuen Arbeit gefunden. XXXLutz musste das Personal nicht übernehmen, da der Möbelriese nur die Immobilie gekauft hatte. Zudem hieß es lange, es sei unklar, was am Standort passiert. Die Gewerkschaft Verdi sah darin einen Trick, den Betriebsübergang zu verschleiern. Ob das tatsächlich der Fall war, wird aber wohl nie geklärt werden.

„Das ist aus unserer Sicht schade“, sagt Verdi-Mitarbeiter Dominik Datz. Bei einer XXXLutz-Übernahme in Nordrhein-Westfalen habe es beispielsweise „einige Verfahren gegeben, die für die Arbeitnehmer meist erfolgreich waren“. Der Mahler-Betriebsrat in Wolfratshausen habe sich vergangenes Jahr aber sehr schnell mit der Geschäftsleitung auf einen Interessensausgleich geeinigt, um Gewissheit für die Beschäftigten zu erhalten. Damit habe es keinen Kläger mehr gegeben, für den die Gewerkschaft eine juristische Prüfung hätte veranlassen können, erklärt Datz. „Verdi ist ja nicht direkt geschädigt. Wir können nur tätig werden, wenn sich ein Mitglied bei uns meldet.“ Dann müsse man prüfen, wie die Erfolgsaussichten stehen, sich ins Unternehmen einzuklagen.

Lesen Sie auch: „Ausge(t)räumt bei Möbel Mahler“ - Reportage über die letzten Tage des Möbelhauses

dor

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