Fall Walter Lübcke: Zeugenaussage und Fund auf Toilette bringt Ermittler auf die Spur von Mittätern

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Suchen noch Ausstellungsstücke: Das Team vom Badehaus mit (v. li.) Maria Mannes, Tillmann Voss, Elena Zendler, Dr. Sybille Krafft, Eva Greif und Jona than Coenen.

Die Heimat in Dingen

Das zeigt die kommende Sonderausstellung im Waldramer Badehaus

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Viel war es nicht, was Heimatvertriebene auf ihrer Flucht mitnehmen konnten. Eine Sonderausstellung im Badehaus gibt einen Einblick in ihr Hab und Gut. 

Waldram– Von einem Moment auf den anderen erreicht einen die schreckliche Nachricht: In nur wenigen Stunden hat man Haus und Hof zu verlassen. Erlaubt sind höchstens 30 bis 40 Kilogramm Gepäck. Ein Albtraum, der für viele Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg zur Wirklichkeit wurde. Doch welche Sachen packten die Betroffenen in der kurzen Zeit zusammen?

Genau diesem Thema widmet sich der Erinnerungsort Badehaus in einer Sonderausstellung. Der Titel: „Mitgenommen – Heimat in Dingen“. Dabei handelt es sich um eine Wanderausstellung vom Haus des Deutschen Ostens, die das Badehaus ergänzt. „Wir wollen uns konkret auf das Fluchtgepäck der Waldramer beschränken – und dabei ganz bewusst deren Geschichten erzählen“, sagt Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Badehaus-Vereins, in einem Pressegespräch. Dafür braucht der Verein jetzt Hilfe: Gesucht werden Gegenstände, die Waldramer Heimatvertriebene auf ihrer Flucht mitgenommen haben. „Ich bin mir sicher, dass es da noch Habseligkeiten gibt, die fast vergessen auf den Dachböden schlummern“, so Krafft. Ein paar Exponate hat das Badehaus schon zusammenbekommen: Etwa den Wäschekorb von Ludmilla Majores. Mit Mutter und Schwester wurde die Sudetendeutsche 1945 aus ihrer Heimat vertrieben. Der gefüllte Korb war alles, was sie mitnehmen konnte. Auch eine Kaffeetasse, eine Mohnmühle, Umzugskisten und ein Waschbrett steuerten Waldramer bereits bei.

Neben den ausgestellten Gegenständen werden im Badehaus auch Filme mit fünf Waldramer Zeitzeugen zu sehen sein, die von ihren Erlebnissen auf dem langen Weg an die neue Heimat berichten. Aus Fotoalben soll außerdem eine animierte Fotoshow entstehen.

Info

Waldramer, die noch Fluchtgepäck haben und dieses dem Verein zur Verfügung stellen möchten, können sich unter der Telefonnummer 0 81 71/2 57 25 02 melden oder eine E-Mail an info@erinnerungsort-badehaus.de schicken. Die Ausstellung ist von Sonntag, 21. Juli, bis Montag, 23. September, im Badehaus zu sehen.

kof

Lesen Sie auch: Ein Badehaus gegen das Vergessen

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