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Ärger wegen Busticket

Zerissene Streifenkarte: Wolfratshauser (20) vor Gericht

Wegen einer zerrissenen und damit ungültigen Streifenkarte musste sich ein 20-jähriger Wolfratshauser vor dem Gericht verantworten.

Wolfratshausen – Wenn eine Streifenkarte zerrissen ist, ist sie ungültig. Wer regelmäßig Bus oder S-Bahn fährt, der weiß das. Auch dem jungen Wolfratshauser (20), der sich wegen 2,70 Euro Fahrtgeld eine Verhandlung wegen „Erschleichen von Leistungen“, wie Schwarzfahren im Rechtsdeutsch heißt, vor dem Jugendrichter einhandelte, war das vermutlich bekannt.

Als er am 16. Juni vorigen Jahres am frühen Vormittag in einen Bus der Linie 379 stieg, um einen Freund in Bad Tölz zu besuchen, habe er seine Stempelkarte ganz normal entwertet. „Ich habe nicht gesehen, dass ein Teil fehlte und die Karte deshalb nicht mehr gültig war“, erzählte er dem Richter. Nur ein paar Stationen weiter, am Stern in Geretsried, klärte ihn ein Kontrollschaffner auf.

„Ich dachte, damit sei die Sache gegessen“

Warum er deshalb jedoch gleich beim Gericht antanzen musste, leuchtete dem 20-Jährigen nicht ein. Zumal er die fällige Strafe gleich bezahlt habe. „Ich dachte, damit sei die Sache gegessen.“ Womöglich hat er deshalb auch nicht auf das Schreiben des Jugendgerichtshelfers reagiert, der den Fall ohne Gerichtsverhandlung aus der Welt schaffen wollte. Gegen die Leistung von acht Sozialstunden wäre die Sache erledigt gewesen. Ganz viel mehr war sie dem Gericht auch nach der Verhandlung nicht wert. Richter Urs Wäckerlin erhöhte auf Anregung des Jugendgerichtshelfers um vier auf insgesamt zwölf Sozialstunden, „und dann machen wir da den Deckel drauf“.

Von Rudi Stallein

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