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Die besten Zitate vom Wolfratshauser Amtsgericht aus dem Verhandlungsjahr 2015. Heute: Teil zwei (von vier).

Lustig, skurril, zum Nachdenken

Teil 2 der besten Zitate vom Wolfratshauser Gericht

Wolfratshausen - Skurril, lustig, bisweilen nachdenklich: Im Verhandlungsjahr 2015 gab es viele spannende Zitate am Wolfratshauser Amtsgericht. Wir fassen die besten zusammen. Heute: Teil 2.

„Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist.“ Autofahrer, der auf 2000 Euro Reparaturkosten sitzen geblieben ist, weil er sich mit dem Radfahrer, der sein Auto verbeult hatte, in einem Zivilverfahren auf einen Vergleich geeinigt und auf seine Ansprüche verzichtet hatte.

„Aus mir hat der Alkohol gesprochen.“ Wolfratshauser (24), bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten, der mit zwei Promille Alkohol im Blut einen Unfall verursachte, die ermittelnden Polizisten als „Lutscher“ und „Nille“ bezeichnete und ihnen nahelegte: „Ich glaube, es wäre besser, Sie wären tot.“

„Aber Alzheimer wurde bei Ihnen noch nicht diagnostiziert?“ Jugendrichter zum Angeklagten, der sich selbst beim Betrachten der Tatortfotos und der angerichteten Schäden nicht an seine Graffiti-Schmierereien erinnern konnte.

„Was da passiert ist, in einem milderen Licht zu sehen, weil man sich vorher die Kante gegeben hat? Damit tu ich mich schwer.“ Jugendrichter Urs Wäckerlin in seiner Urteilsbegründung. Angeklagt waren drei Jugendliche, die betrunken ihre Graffitis wahllos an Autos, Hauswände und Garagentore gesprüht hatten.

„Es sind noch Entwicklungskräfte wirksam.“ Einschätzung der Jugendgerichtshelferin über einen 20-Jährigen, um deutlich zu machen, dass es gerechtfertigt ist, wenn der junge Mann noch nach Jugendstrafrecht verurteilt wird.

„Warum fährt man ohne Führerschein?“, fragte der Richter. Die Angeklagte antwortete schulterzuckend: „Gute Frage.“ „Und die Antwort?“, bohrte der Richter nach. Daraufhin stellte die Beschuldigte lapidar fest. „Ich bin blöd.“ Die einschlägig vorbelastete Lenggrieserin (47) musste sich vor Gericht verantworten, weil sie wiederholt ohne Führerschein angehalten wurde. Urteil: Zehn Monate Gefängnis mit Bewährung.

„Wir wollten die Sachen nicht einfach so nehmen. Aber die genauen Regelungen waren uns nicht bekannt.“ 18-jährige ausländische Ladendiebe, die in einem Bekleidungsgeschäft Klamotten für 250 Euro in den Rucksack gesteckt und das Geschäft ohne zu bezahlen verlassen hatten.

Richter zum Angeklagten: „Warum haben Sie bei der Polizei gelogen und gesagt, dass Sie sich an nichts erinnern?“ Angeklagter zum Richter: „Ich habe nicht gedacht, dass ich wegen so was eine Anzeige kriege.“ Der 20-Jährige hatte mit 1,7 Promille zwei Gleichaltrige mit der Faust ins Gesicht geschlagen – ein zugeschwollenes Auge und eine Nackenprellung waren die Folge.

Jugendrichter zum Angeklagten: „Die Wirkung von Alkohol ist bekannt. Was passiert, wenn man sich zusäuft, muss jedem klar sein. Deshalb Milde walten zu lassen, sehe ich nicht ein.“

„In dem Zustand wollte ich nicht mir ihr reden. Wenn sie aufgebracht ist, ist sie nur schwer zu bändigen.“ Angeklagter über seine streitbare Ex-Freundin, wegen der er bereits zum wiederholten Mal vor dem Richter steht.

„Sie ist leicht erregbar, deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass sie aufgegangen ist.“ Zeuge über eine Angeklagte, die beim Gassigehen eine Frau bedroht haben soll, weil diese sich echauffierte, dass sie die Hinterlassenschaften ihres Hundes nicht entsorgt hatte.

„Ihre Frau ist auch als Zeugin geladen. Sie soll bezeugen, dass bei ihnen die akustischen, optischen und geistigen Fähigkeiten nicht vorhanden seien, um den Vorfall wahrzunehmen.“ Richter zum Zeugen (73), nachdem dieser sehr sachlich und ausführlich seine Beobachtungen geschildert hatte.

Zusammengetragen von Rudi Stallein

Morgen lesen Sie Teil 3 (von 4) der besten Gerichtszitate vom Wolfratshauser Amtsgericht.

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