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65 statt 40 Wohnungen: Diese Gebäude an der Blombergstraße sollen abgerissen werden.

Bitte nachjustieren

Zu massiv: Baugenossenschaft blitzt mit Antrag ab

Wolfratshausen – Die Baugenossenschaft (BG) Wolfratshausen möchte neue Wohnungen schaffen. Der Bauausschuss hat den Antrag allerdings abgelehnt.

Auf einem Grundstück an der Blombergstraße in Farchet besitzt die BG bereits Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 40 Wohnungen. Diese sollen abgerissen und durch einen Gebäudekomplex ersetzt werden, der 65 Wohnungen umfasst. Der Bauausschuss hatte über einen Antrag auf Vorbescheid abzustimmen. Fünf der zehn Räte hoben gegen den Antrag ihre Hand, das Vorhaben wurde abgelehnt.

Vor allem das Volumen des geplanten Baus betrachteten einige Gremiumsmitglieder kritisch. Geplant waren vier Vollgeschosse und eine größere Giebelbreite als in der Umgebung. Grünen-Rat Dr. Hans Schmidt wollte das nicht durchgehen lassen: „Wir schaffen einen Präzedenzfall. Die Baulängen und das Bauvolumen der Neubauten sind deutlich größer als die der benachbarten Mehrfamilienhäuser.“ Die Bürgervereinigung sah das ähnlich. „Das ist das falsche Vorgehen, hier einer solchen Überschreitung zuzustimmen“, sagte Fraktionschef Josef Praller. Er brachte die Idee ins Spiel, einen verbindlichen Bebauungsplan zu erstellen.

Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller bewertete die Situation anders. „Es gibt Gebäude in der Umgebung, die länger sind als der geplante Neubau.“ Wenn die Stadt sozialen Wohnraum schaffen wolle, „müssen wir auch einmal in den sauren Apfel beißen“.

Seine Partei, die SPD, lobte die Pläne einhellig. „Wir haben mehr Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein als einkommensgeförderte Wohnungen“, rechnete Gerlinde Berchtold vor. Ergo: „Wir brauchen dringend Wohnungen.“ Fraktionskollegin Roswitha Beyer pflichtete ihr bei: „Ich stimme mit Freuden zu. Wir sollten froh sein, dass wir eine Gesellschaft in Wolfratshausen haben, die hier soziale Wohnungen bauen will.“

In einem Punkt waren sich die SPD-Damen jedoch einig: Der Stellplatzschlüssel sollte eingehalten werden. Die BG hatte angefragt, ob es möglich wäre, wegen der Gemeinnützigkeit des Projekts nur 50 Prozent der laut Stellplatzschlüssel notwendigen Parkräume in einer Tiefgarage einzurichten. Das wäre ein Parkplatz pro Wohnung. Das Gremium lehnte ab. „Die Straßen müssen benutzbar bleiben und dürfen nicht als Parkfläche herhalten“, sagte Richard Kugler (parteifrei für die CSU). Er wolle den Ortsteil Farchet nicht weiter belasten.

Peter Plößl, Claudia Drexl (beide CSU) und die SPD-Fraktion stimmten für das Vorhaben, die Bürgervereinigung, Schmidt und Kugler dagegen – das bedeutet: Antrag abgelehnt. Die Gegner baten die Baugenossenschaft, nachzujustieren.

Von Dominik Stallein

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