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Groß war das Interesse am Info-Abend der Stadt zur geplanten Bebauung auf der Coop-Wiese in Waldram.

Geplante Wohnbebauung in Waldram

Wohl und Wehe der Coop-Wiese

An der geplanten Wohnbebauung in Waldram scheiden sich die Geister. Viele Bürger fürchten einen Verkehrsinfarkt. Das wurde an einem Infoabend deutlich. 

Wolfratshausen – „Wir wissen, dass wir in Waldram nicht mit einer sehr glücklichen Verkehrssituation gesegnet sind“: Bereits mit seinen ersten Worten zeigte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) Verständnis für die Waldramer. Auf der Coop-Wiese im südlichsten Ortsteil der Loisachstadt sollen wie berichtet zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Bei der Vorstellung der Pläne am Mittwochabend in der Aula der Grund- und Mittelschule Waldram wurde Unmut unter den rund 50 Besuchern laut.

Umwelt

In der öffentlichen Diskussion wird die Coop-Wiese häufig als „grüne Lunge Waldrams“ bezeichnet. Barbara Dreyßig fürchtet, dass dieses „Biotop“ zerstört werden könnte. „Da leben so viele Vögel, deren Lebensraum kaputtgemacht wird“, sagte die Waldramerin. Würden die zwei Häuser gebaut, müssten Baume gefällt werden. „Kann man die Gebäude nicht ein bisschen verschieben?“, fragte Dreyßig. Heilinglechner versicherte, dass darauf geachtet wird, „dass möglichst wenig Gehölz weg muss“.

Eine Bürgerin befürchtet, dass die Coop-Wiese als Spielfläche wegfällt: „Jetzt können Kinder dort Fußball spielen.“ Architekt Norbert Blankenhagen entgegnete, dass dies auch zukünftig gewährleistet ist. „80 Prozent der Grünfläche bleiben erhalten.“

Parken

Der Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo), Lothar Ortolf, ist optimistisch. „Ich glaube, dieser Bau könnte die Parkplatz-Situation entspannen.“ Für die 50 Wohnungen, die die StäWo errichten will, sind 100 Stellplätze vorgesehen. Bei vergleichbaren Projekten in anderen Städten würde oftmals nur ein Parkplatz pro Wohnung angelegt. „Anwohner aus der Nachbarschaft, die bislang an der Straße parken, könnten die nicht genutzten Parkflächen anmieten“, regte Ortolf an. Zuvor hatten einige Waldramer Bedenken geäußert, die ohnehin schon zugeparkte Schlesierstraße könnte noch weiter belastet werden. SPD-Stadtrat Manfred Menke schlug einen Ortstermin des Stadtrats vor, um die Situation zu überprüfen.

Verkehr

„Man kann doch nicht einfach Wohnungen bauen, ohne die Verkehrssituation zu verbessern“, meinte Mark Ruof. Derzeit gibt es lediglich eine Einfahrt nach Waldram. Der Großteil der Besucher des Info-Abends hielt dieses Nadelöhr an der B 11 für nicht ausreichend. Eine Möglichkeit, eine zweite Zufahrt zu schaffen, schlug eine Bürgerin vor: „Was ist denn mit der Kanalbrücke?“ Die Verbindung zwischen Waldram und Farchet ist für den Verkehr gesperrt, lediglich der Stadtbus darf die Brücke passieren.

Ein Waldramer meldete Zweifel an dieser Lösung an: „Dann haben wir Schleichverkehr durch Waldram, weil sicher einige die Farcheter B 11-Kreuzung umgehen wollen.“ Rathauschef Heilinglechner betonte, dass die derzeitige Verkehrssituation „nicht die endgültige Lösung sein kann“. Er kündigte an, im Stadtrat wie auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Geretsried „intensive Gespräche“ über mögliche Alternativen führen zu wollen.

Sonstiges

Viele Anwesenden monierten, dass das Vorhaben auf einem Bebauungsplan von 1968 beruht. „Die Anfertigung eines neuen Bebauungsplans ist eine sehr zeitintensive Angelegenheit“, erklärte der Rathauschef. Man brauche den günstigen Wohnraum jedoch so bald wie möglich. Sollten weitere Familien nach Waldram ziehen, würden neue Kindergartenplätze benötigt, meinte Kerstin Schaffer. Heilinglechner stimmte ihr zu: „Wir schaffen es dieses Jahr, alle Kinder unterzubringen. Aber die Stadt wird sich entscheiden müssen, wo in der Zukunft weitere Räume geschaffen werden können.“

Dominik Stallein

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