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Blumen und Urkunden: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (re.) ehrte Renate Tilke (li.) und Heinrich Schiltenwolf. Dessen Gattin Brigitte bekam einen Blumenstrauß.

Stadtrat verabschiedet sich in die Winterpause

Zwei Ehrungen und viele gute Wünsche

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Wolfratshausen - Nach einem turbulenten Jahr hat sich der Wolfratshauser Stadtrat in die Winterpause verabschiedet. Zuvor hat der Bürgermeister noch zwei verdiente Kommunalpolitiker geehrt.

Dem nachdrücklichen „Bittschön“ folgte ein Augenaufschlag. Klaus Heilinglechner musste alle Register ziehen, um Brigitte Schiltenwolf von der Empore herunter in den Sitzungssaal des Rathauses zu locken. Dabei war der Anlass alles andere als unangenehm: Der Rathauschef ehrte Renate Tilke sowie Brigitte Schiltenwolfs Ehemann Heinrich für deren „langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung“ – und hatte auch für die Ehefrau einen Blumenstrauß binden lassen.

Die Urkunde hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann höchstpersönlich unterzeichnet. Tilke und Schiltenwolf sitzen beziehungsweise saßen für die CSU im Wolfratshauser Stadtrat. Während der 77-jährige Schiltenwolf im vergangenen Jahr nach 18 Jahren und drei Legislaturperioden in dem städtischen Gremium nicht wieder kandidierte, mischt Tilke, die ebenfalls seit 1996 Mitglied ist, immer noch mit. „Es ist eine tolle und wichtige Aufgabe“, bedankte sich die medizinisch-technische Assistentin für die Auszeichnung. Die 64-Jährige machte aber auch kein Hehl daraus, wie anstrengend die Ausübung des Ehrenamts mitunter ist. „Man muss sich dem Bürger gegenüber immer erklären und rechtfertigen, bekommt viel Schelte und wenig Lob. Manchmal gibt es aber auch Erfolgserlebnisse.

Schiltenwolf, Metallbauer im Ruhestand, gab zu „richtig baff“ gewesen zu sein, als er von der Ehrung erfahren hatte. Ihm lag viel daran, danke zu sagen, „meiner Ehefrau und meinen Söhne, die es mir ermöglicht haben, dass ich dieses Amt ausüben konnte“. In seiner Zeit als Stadtrat habe er viel Gutes erlebt, manches, das weniger gut war, und auch einige falsche Entscheidungen. Dann griff er in die Anekdotenkiste. Seine Brigitte habe ihn immer gefragt, wie es gelaufen sei. „Red’ mi ned an“, habe er geantwortet. Eine halbe Tafel Schokolade später habe die Welt schon wieder anders ausgesehen. „Dann ging’s schon wieder.“

Der einzige, der den Moment der Ehrung nicht genießen konnte, dürfte Peter Plößl gewesen sein. Der CSU-Stadtrat ist ebenfalls seit 1996 dabei, sollte eigentlich auch eine Urkunde bekommen, ist Heilinglechner zufolge aber an irgendeiner Stelle übersehen worden. „Das werden wir auf jeden Fall nachholen“, betonte der Bürgermeister. Ein gutes Jahr werde es aber wohl dauern – so viel Vorlauf brauche das Ministerium für die Ausstellung der Urkunden. Plößl, der im vergangenen Jahr als Bürgermeister kandidiert hatte, nahm es gelassen. „Die Kleinen übersieht man immer“, sagte Plößl, der alles andere als ein Winzling ist.

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