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Nebenverdienst an der Theke: Immer mehr Menschen haben zwei Jobs.

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Zweitjobber: „Alarmierender Trend“ im Gastgewerbe

Immer mehr Menschen haben einen zweiten Job. Besonders verbreitet ist dieser Trend im Gastgewerbe.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Immer mehr Zweitjobber: Rund 5800 Menschen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben neben dem Haupterwerb noch einen Minijob – 52 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

Die NGG beruft sich dabei auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur. Besonders verbreitet sind Zweitjobs demnach im Gastgewerbe: 990 geringfügig Beschäftigte arbeiten in der Branche im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen – zusätzlich zu einer sozialversicherungspflichtigen Stelle. Gegenüber 2007 hat sich ihre Zahl nahezu verdoppelt. Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG Rosenheim-Oberbayern, spricht von einem „alarmierenden Trend“: „Es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen mit einem normalen Arbeitsverhältnis nicht über die Runden kommen.“

„Aushilfen können auf Dauer keine Fachkräfte ersetzen.“

Auf den ersten Blick verzeichne der Arbeitsmarkt im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen steigende Beschäftigungsquoten. „Doch die hohe Zahl der Zweitjobber zeigt, dass nicht alles Gold ist, was auf dem Arbeitsmarkt glänzt“, so Schneider. Mit Blick auf das Gastgewerbe kritisiert der Gewerkschafter, die Branche dürfe nicht zur bloßen Minijobber-Domäne werden. „In Hotels, Pensionen und Restaurants brauchen wir mehr gelernte Vollzeit- und Teilzeit-Beschäftigte. Aushilfen können auf Dauer keine Fachkräfte ersetzen.“ Schon heute seien die Klagen über fehlende Köche und Oberkeller groß. Doch die gewinne man nur, indem man gute Löhne zahle.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Schneider auch in der Politik. „Wenn laut Arbeitsagentur im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mittlerweile gut jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Nebenjob hat, dann ist hier etwas aus dem Ruder gelaufen.“ pr

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