Zwei Rikscha-Fahrerinnen.
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„SpatzenRikscha“: Dahinter verbergen sich die Zwillingsschwestern Sarah (li.) und Leonie Brand aus Wolfratshausen.

Angebot für Wolfratshauser Senioren

Zwillings-„Spatzen“ Brand bieten kostenlose Rikscha-Fahrten

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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In Wolfratshausen rollt die „SpatzenRikscha“: Dahinter stecken die Zwillingsschwestern Sarah und Leonie Brand.

Wolfratshausen – Streng genommen ist die Baustelle an der Sauerlacher Straße/Am Floßkanal und die damit seinerzeit verbundene Straßensperrung im Frühling 2020 dafür verantwortlich, dass die Zwillingsschwestern Sarah und Leonie Brand (29) jetzt bei ihrer eigenen Rikscha in die Pedale treten. Damals hatten wie berichtet die Stadt und der Werbekreis einen „Rikscha-Lederhosenexpress“ ins Leben gerufen, um den Kunden den Weg in die Innenstadt zu erleichtern. „Wir haben uns daran beteiligt und etwa einen Monat lang Leute herum gefahren“, berichtet Sarah im Gespräch mit unserer Zeitung. „Und es hat uns so gut gefallen, dass wir uns selbst so ein Fahrzeug gekauft und kurzerhand die Firma ,SpatzenRikscha“ gegründet haben.“ Seitdem kann man das knallgelbe Gefährt mit Fahrerin für besondere Veranstaltungen, Hochzeiten, als Lieferservice oder für individuelle Touren mieten.

Warum „SpatzenRikscha“ ?

Mit ihrem emissionslosen, sprich schadstofffreiem Angebot tragen die Schwestern nicht nur dem Umweltschutz Rechnung, sondern verbinden zugleich Beruf und Hobby. „Wir zwei haben beide den Bachelor in Tourismusmanagement in München sowie unseren Master in Tourismus, Kultur und Umwelt in Passau absolviert“, sagt Sarah. „Und sportlich waren wir schon immer – egal, ob es draußen geregnet hat oder nicht, wir waren beim Laufen.“ Also ein typischer Fall von „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung“. Wie kamen die 29-Jährigen auf den Namen „SpatzenRikscha“? Sarah lacht. „Die sind flink und einfach überall – wie wir“, erklärt die Wolfratshauserin.

In Kooperation mit der Stadt Wolfratshausen bieten die Geschwister noch bis zum 26. Juni extra für Senioren einen besonderen Service an: „Unter dem Motto ,Raus an die Luft‘ fahren wir unsere älteren Mitbürger kostenfrei zum Einkaufen oder zu ihren jeweiligen Lieblingsplätzen.“ Leonie wird ernst. „Gerade die Senioren sind aufgrund der Corona-Pandemie kaum noch raus gekommen; ganz besonders die, die eh schon nicht mehr gut zu Fuß sind.“

Es kommt auch schon mal zu Verwechslungen

Egal, ob jung oder alt, die ersten Fahrgäste reagieren sehr positiv auf die ungewöhnliche Art der Beförderung. „Jeder freut sich, etwas Neues ausprobieren zu können – und umgedreht winken viele Passanten uns zu, sobald wir auftauchen.“ Apropos sehen: Nicht jeder weiß, dass es die sympathischen Rikscha-Lenkerinnen sozusagen im Doppelpack gibt. „Kürzlich hatte ich eine Seniorin als Fahrgast und habe sie gefragt, wo sie hinmöchte“, erzählt Leonie. „,Ach“, habe die Dame fröhlich geantwortet, „bitte nach Hause, Du weißt ja, wo das ist.“ Die 29-Jährige lacht. „Ich habe sie dann höflich darüber aufgeklärt, dass sie am Tag zuvor mit meiner Zwillingsschwester Sarah unterwegs war.“ (sh)

Kontakt: Die „SpatzenRikscha“ findet sich im Internet unter www.spatzenrikscha.de. Kontaktaufnahme per Mail an Info@spatzenrikscha.de oder telefonisch unter der Nummer 01 76/97 71 07 66.

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