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Im Dornröschenschlaf liegt seit 2013 die Bergwaldbühne. Für diesen Sommer ist wieder ein kleines, aber feines Programm geplant. 

Fünf Veranstaltungen

Bergwaldbühne wird wachgeküsst

Seit 2013 liegt die Bergwaldbühne im Dornröschenschlaf. Jetzt soll es dort zumindest ein kleines Sommerprogramm geben. Die große Tribüne steht vor dem Verkauf.

Wolfratshausen – Die Zeiten der großen Kulturspektakel über den Dächern der Loisachstadt sind lange vorbei. Im Jahr 2005 gab es die letzte Großveranstaltung mit fast 5000 Besuchern auf der Bergwaldbühne, danach bis 2012 ein Kulturprogramm für ein kleineres Publikum. Seitdem liegt der Veranstaltungsort im Dornröschenschlaf – ein Starkregen im Jahr 2013 sorgte für das Aus der Freiluftbühne. Die städtische Kulturmanagerin Marion Klement möchte die Bühne nun wachküssen: Fünf Veranstaltungen plant Klement im Sommer, wie sie jüngst im Kulturausschuss berichtete.

Los geht’s mit Lyrik. Geplant sind eine Oskar-Maria-Graf-Lesung am 19. Juli und ein Poetry Slam, also Dichterwettstreit, am 21. Juli. Andreas Hofmeier tritt am 22. Juli mit seinem Musikkabarett auf. Die Münchner Sängerin Stefanie Boltz spielt am 27. Juli mit ihrer Band rockige Gitarrensongs und rauen Blues. Der Schauspieler und Liedermacher Michael Fitz stellt am 28. Juli die tief- und hintersinnigen Lieder seines Soloprogramms „Jetzt auf gestern 2018“ vor. Die Nachwuchs-Liedermacherin Vera van Kuhl spielt im Vorprogramm.

Klar ist: „Es werden kleinere Events als in der Vergangenheit“, so Klement. Das habe mehrere Gründe. Zum einen geht es der Kulturmanagerin um Planungssicherheit: „Wenn das Wetter nicht mitspielt, können wir dort oben nichts ausrichten.“ Bei einem Publikum von etwa 100 Gästen sei es möglich, kurzfristig an einen anderen Ort auszuweichen. Klement nannte das Foyer der Loisachhalle oder – sollte das Wetter trotz Gewitterwarnung doch halten – den Garten der Stadtbücherei am Hammerschmiedweg. Das finanzielle Risiko, eine Großveranstaltung aufgrund der Witterung absagen zu müssen, ist der Kulturmanagerin zu groß.

Außerdem sei es technisch kaum mehr möglich, größere Kulturevents wie früher auf der Bergwaldbühne durchzuführen. Rathauschef Klaus Heilinglechner: „Das Landratsamt hat uns die Genehmigung für die große Tribüne entzogen.“ Um das Stahlkonstrukt zu nutzen, wären jährliche Überprüfungen durch den TÜV eine Voraussetzung. Auch das Fehlen von Sanitäreinrichtungen könne man bei voll besetzter Tribüne kaum mit mobilen Toiletten auffangen. „Außerdem ist es fraglich, wie man 5000 Besucher auf den Bergwald schaffen kann“, sagte der Rathauschef.

Die Tribüne hat Heilinglechner wie berichtet den Vereinen BCF und TSV Wolfratshausen angeboten. Sein Plan war, das Metallkonstrukt ab- und im Isar-Loisach-Stadion an der Kräuterstraße wieder aufzubauen. Die Vereine winkten jedoch aus finanziellen Gründen ab. „Inzwischen hat sich ein externer Käufer gefunden“, berichtete der Rathauschef. Wer sich für die Tribüne interessiert und wie viel die Kommune mit dem Verkauf einnimmt, verriet er nicht.

Klements Pläne wurden vom Kulturausschuss einhellig begrüßt. SPD-Stadträtin Roswitha Beyer lobte das Vorhaben, „die Bühne mit kleineren Veranstaltungen wiederzubeleben“. Der Veranstaltungsort sei ein „Alleinstellungsmerkmal“ der Stadt. Auch Annette Heinloth, Sprecherin der Grünen-Fraktion, äußerte sich positiv: „Es ist schön, wenn die Bühne wieder bespielt wird.“

Dominik Stallein

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