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Öffentliches Internet in der Altstadt

Wolfratshauser Grüne warnen vor WLAN

Wolfratshausen - Die Wolfratshauser Grünen warnen – wieder einmal – vor den Gefahren durch WLAN in der Altstadt. Ihre Forderung: Der Stadtrat soll sich noch einmal intensiv damit auseinandersetzen. Bürgermeister Klaus Heilinglechner sieht dafür keinen Anlass.

Im Sommer hatte der Bauausschuss mit knapper Mehrheit beschlossen, das Thema WLAN in der Innenstadt grundsätzlich weiter zu verfolgen. Bereits damals hatten die Grünen – vor allem Dr. Hans Schmidt, Stadtrat und erklärter Mobilfunkkritiker – ihre Argumente vorgebracht.

Stand heute ist der Vertrag mit dem Betreiber, der Firma Innerebner aus Innsbruck, unterschrieben, sagte Rathauschef Heilinglechner auf Anfrage. Kostenlos surfen kann man im Netz aber noch nicht. Grund: Die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde fehlt noch. „Die Sender, die an den Fassaden der Marktstraße angebracht werden sollen, müssen sich ins Stadtbild einfügen.“ Ansonsten müssten noch ein paar Kleinigkeiten abgeklärt werden, zum Beispiel die Stromversorgung.

Die Grünen monieren, dass Bauausschuss und Cima, deren Lenkungsgruppe das Thema mit dem Ziel der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt vorangetrieben hatte, für eine solch grundsätzliche Entscheidung wie die Einführung von öffentlichem WLAN die falschen Organe gewesen seien. Als Begründung führen sie an, was sie schon mehrfach kritisiert haben: Die Technik trägt zum „Gläsernen Konsumenten“ bei; Eltern haben immer weniger Kontrolle darüber, wann und wie ihre Kinder das Internet nutzen; die Gefahr von Internetsucht steigt an; leicht zugängliche Hasspropaganda- und Pornografie-Inhalte sind eine Gefahr vor allem für Kinder; die Strahlung kann sich negativ auf die körperliche Entwicklung vor allem von Kindern und Jugendlichen auswirken.

Die Grünen sind nicht die einzigen, die zur Vorsicht mahnen. Auch Günther Eibl (CSU) wollte das Vorhaben verschieben, als es zur Abstimmung anstand, um Ergebnisse aus Bad Tölz und Geretsried einzuholen. Dort kann man bereits kostenlos im WLAN-Netz von Kabel Deutschland surfen.

Findet sich im Stadtrat eine Mehrheit für öffentliches WLAN, fordern die Grünen, den Vertrag mit der Firma Innerebner zu veröffentlichen und sicherzustellen, dass keine Kundendaten weitergegeben werden. Außerdem sollen die Antennen tagsüber bedarfsorientiert geregelt und zwischen 22 und 7 Uhr abgeschaltet werden, um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten. Weiterhin fordern sie wirkvolle Filter für die Internetseiten zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, eine Auswertung der Nutzerraten sowie spätestens nach einem Jahr eine Befragung, ob Geschäftsleute und Anwohner eine Verlängerung des Betriebs wollen.

Rathauschef Heilinglechner sieht dafür keinen Anlass. Die Grünen kämen mit ihren Forderungen zu spät. „Das hat der Bauausschuss mit Mehrheit beschlossen. Dem gehört übrigens auch Dr. Schmidt an.“ Das Gremium fasse seine Beschlüsse nicht, um sie ein halbes Jahr später wieder aufzuheben. Teile der Grünen-Forderungen sollen ohnehin berücksichtigt werden. Zum Beispiel sollen keine Nutzerdaten weitergegeben und die Sender nachts abgeschaltet werden. Auch Filter für unerwünschte Inhalte soll es geben. Frederik Lang  

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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