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Ort eines Dichterstreits, an dem sonst Kommunalpolitiker ihre Stimme erheben: der Sitzungssaal des Rathauses. 

1. Wolfratshauser Poetry-Slam

Kurzweilige Reimereien

Wolfratshausen - Die Regeln eines Poetry-Slams sind einfach: Die Texte müssen aus der eigenen Feder stammen, Hilfsmittel sind verboten, und die Zeit ist begrenzt. Am besten gelang dies am Wochenende Antonia Lunemann.

Antonia Lunemann aus Hohenbrunn hat den ersten Wolfratshauser Poetry-Slam gewonnen. Sie konnte sich im Finale gegen den amtierenden Bayerischen Meister, Yannik Sellmann aus München, sowie den Lehrer aus Lauf an der Pegnitz, Ingo Winter, durchsetzen. Alle drei galten im Vorfeld als Favoriten der gut dreistündigen Dichterschlacht mit insgesamt elf Teilnehmern.

So ein Dichterwettstreit ist eine kurzweilige Sache

Weil schlechtes Wetter vorausgesagt war, wurde der Poetry-Slam vom Rathaus-Innenhof in den Sitzungssaal verlegt. So viel gelacht und so laut geklatscht wurde dort vermutlich noch nie. Und: Der Besucherandrang war so groß, dass nicht alle einen Sitzplatz bekamen. Doch ein solcher Dichterstreit soll künftig zweimal im Jahr in der Flößerstadt stattfinden. „Vielleicht ihm Rahmen des nächsten Flussfestivals, wer weiß“, orakelte Veranstalter Christoph Hebenstreit von „Reimrausch“, ein gebürtiger Wolfrathauser.

Entscheidend ist die Lautstärke des Applauses

Zusammen mit Mic Mehler initiiert Hebenstreit seit sechs Jahren Poetry-Slams rund um München. Die Regeln sind schnell erklärt: Die vorgetragenen Texte müssen aus der eigenen Feder stammen. Jeder Slammer hat sechs Minuten Zeit. Es dürfen keine Hilfsmittel wie Musik, Masken und Kostüme verwendet werden. Die fünfköpfige Jury wurde am Samstag spontan aus dem Publikum rekrutiert. Sie vergab Noten von null bis zehn. Im Finale entschied die Lautstärke des Applauses. Im Vordergrund steht die Anerkennung, nicht das Preisgeld von 50 Euro und dem Sieger-T-Shirt.

Lunemann besticht mit Präsenz und klarer Stimme

Großen Mut bewies der Wolfratshauser Otto Berchtenbreiter, der erstmals bei einem solchen Wettbewerb seine Gedichte über die 100-jährige Linde und den „Traum vom Loisachufer“ zum Besten gab. Die Germanistik-Studentin Lunemann dagegen slammt sich seit rund einem Jahr mit ihren tiefgründigen Texten über Glück und Vorurteile auf die Siegertreppchen der Münchner Poetry-Szene. Sie überzeugte mit einer schlichten Ausdruckskraft, mit einer eindringlichen Präsenz und überzeugte mit klarer Stimme und der gehaltvollen Wahrheit ihrer Worte. Andrea Weber

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