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Kranzniederlegung am Wolfratshauser Marienplatz mit den Vertretern der Gebirgsschützenkompanie, den Geistlichen Elke Eilert und Gerhard Beham sowie mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Würdevolle Zeremonie ein Appell für den Frieden

Wolfratshausen - Der Volkstrauertag ist nicht nur ein Gedenktag an die Toten der Kriege, sondern eine Mahnung für mehr Frieden in der Welt. Das zeigte gestern das würdevolle Zeremoniell mit Kranzniederlegung am Marienplatz.

Wolfratshausen – Vor dem Kriegerdenkmal am Marienplatz brannten am Sonntag bereits zwei Fackeln, als die Besucher des Gedenkgottesdienstes mit den Pfarrern Elke Eilert und Gerhard Beham aus der Stadtpfarrkirche St. Andreas kamen. Die Wolfratshauser Stadtkapelle spielte einen Trauermarsch, im Anschluss trat Bürgermeister Klaus Heilinglechner ans Rednerpult. Rund 200 Personen hatten sich im Markt versammelt.

Man müsse „immer wieder am Grab der Toten an die Schrecken“ der Welt erinnern, betonte der Rathauschef. Der Volkstrauertag als Gedenktag an die Gefallenen der Kriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sei auch in der heutigen Zeit ungemein wichtig. Der Krieg sei keinesfalls ein Gräuel der Vergangenheit, sagte Heilinglechner. „Mit scheinbar überzeugenden Argumenten“ würden noch heute Kriege als Mittel zum Zweck benutzt werden. Daher habe der Trauertag für die junge Generation, die nicht mit den Weltkriegen in Berührung gekommen ist, eine „zunehmende Bedeutung“.

Heilinglechner appellierte für mehr Frieden in der Welt. Er erinnerte an die zunehmende Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, weil in ihren Heimatländern Krieg und Unfreiheit herrsche: „Es geht um Frieden und Freiheit für alle Menschen in der Welt.“ Die Geistlichen Eilert und Beham baten in ihren Fürbitten für Frieden in aktuellen Kriegsgebieten. Gräberfelder und Grenzen als Konfliktlinien müssten eine Mahnung sein.

Der Ablauf der Trauerzeremonie glich dem der vergangenen Jahre. Wie berichtet, hatten die Wolfratshauser Grünen angeregt, den Volkstrauertag weniger militaristisch zu gestalten, um den Friedensaspekt deutlicher herauszuarbeiten. Eine Mehrheit im Stadtrat fanden sie mit ihrem Antrag nicht. Die Vertreter der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen schulterten und präsentierten deshalb wie gewohnt ihre Gewehre, aus dem Bergwald erklangen kurz vor 12 Uhr drei Böllerschüsse aus einer Kanone.

Einen gemeinsamen Kranz legten nieder: die Freiwillige Feuerwehr Wolfratshausen, die Stadt, das Bayerische Rote Kreuz, der Malteser-Hilfsdienst, die Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft, die Schützengesellschaft Edelweiß Farchet, der Schützenverein Isarlust Nantwein, die Soldatenkameradschaft Wolfratshausen, die Sudetendeutsche Landsmannschaft, der Sozialverband VdK, die Bürgervereinigung Wolfratshausen sowie der CSU- und SPD-Ortsverband. Eigene Kränze legten die Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen und der Gebirgstrachten-Erhaltungsverein d’ Loisachtaler nieder. Sebastian Dorn

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