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„Jetzt bin ich reif für meine Bilder“: Yaya Bela Roth zeigt zum ersten Mal in einer Ausstellung im Schlossgut Oberambach ihre Arbeiten, die über viele Jahre entstanden sind.

Yaya Bela Roth zeigt Bilder im Schlossgut Oberambach

Oberambach - Yaya Bela Roth aus Holzhausen präsentiert ihre Bilder erstmals in einer Ausstellung im Schlossgut Oberambach.

Irgendwann kommt bei jedem guten Künstler der Zeitpunkt, an dem er erkennt, dass es in der Kunst um Energie und um das Zulassen seiner eigenen Kreativität geht. Viele Jahre hat Yaya Bela Roth gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. „Jetzt bin ich reif für meine Bilder“, sagt sie. Zum ersten Mal zeigt die Malerin aus Holzhausen in einer Ausstellung im Schlossgut Oberambach ihre Arbeiten, die über viele Jahre entstanden sind. Und ja, es war wohl der richtige Zeitpunkt, um in die Öffentlichkeit zu gehen, denn schon bevor die Vernissage am Sonntagnachmittag eröffnet wurde, waren zahlreiche Bilder verkauft worden.

Die Zeit, die sich Roth für ihre künstlerische Entwicklung gegeben hat, trägt jetzt offensichtlich Früchte. Ihre Arbeiten sind einzigartig, technisch versiert und strahlen viel Gefühl aus. Ihre großformatigen Bilder scheinen ebenso wie sie selbst in sich zu ruhen. Die Holzhauserin kombiniert abstrakte Grundflächen mit figurativen Elementen, beispielsweise Szenen mit Menschen und Tieren. Hat sie ein Thema gefunden, bleibt sie eine Weile dabei: etwa freche Spatzen auf der Hochspannungsleiter, eine ziehende Wildgänseschar am Himmel oder Tauben, die nach Körnern picken. „Die Idee ist plötzlich da und dann juckt es mich in den Fingerspitzen“, sagt sie.

Roths Bilder haben Tiefe – nicht unbedingt thematisch, eher emotional. Sie mischt Acryl mit Bitumen (Erdpech), Kaffee, Mehl, Bronzestaub und spachtelt diese zähe Farbmasse grob auf die Leinwand. So entstehen Unregelmäßigkeiten, Strukturen und schimmernde Durchbrüche. Schicht um Schicht baut sie so ihre Bilder auf. „Nur so können meine Farben wirken“, verrät die Künstlerin, die hauptberuflich mit Menschen auf einer anderen Ebene kreativ arbeitet. Yaya Bela Roth gründete vor 30 Jahren mit ihrem Mann Siddhant Brandschert das Lehrinstitut für Coaching und Supervision „Roots & Wings“ in Ambach. „Ich habe einen kurvigen Werdegang“, sagt sie dazu. Als Technische Zeichnerin machte sie auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte anschließend Kunst und Politik. „Ich wollte die Welt verändern“, sagt sie. Doch die Realität holte sie wieder ein. „Ich war nicht glücklich in meiner Rolle und sehnte mich nach Veränderung.“ Sie entdeckte die Liebe zur südamerikanischen Musik, besuchte die heiligen Stätten in Peru, Bolivien und Chile und traf nach dieser Reisephase (aus heutiger Sicht) die richtigen Menschen. Von dem Psychoanalytiker Wilhelm Reich lernte sie sich selbst kennen („dein Körper kennt deine Lebensgeschichte“. Denn wer woanders etwas bewegen will, müsse bei sich selbst beginnen. Erst im Alter von 40 Jahren begann die heute 59-Jährige intensiv zu malen und lernte das Handwerk. Ihr wurde klar, dass „Kunst nicht von Können kommt und Kreativität einem nicht selbst gehört“. Für Yaya Bela Ruth ist Kreativität wie die Liebe. „Erst wenn du dich ihr öffnest, kann Kunst entstehen.“ (web)

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