Zahlreiche Änderungswünsche

Geretsried/Wolfratshausen - Nach der Infoveranstaltung der Bahn in der vergangenen Woche stand bei den Stammtischen sowohl der Geretsrieder als auch der Wolfratshauser CSU das Thema S-Bahn im Zentrum.

Beim Geretsrieder CSU Stammtisch wurde die Ansicht laut, dass den Problemen der Stadt Wolfratshausen zu viel Aufmerksamkeit gewidmet werde. „Diskutiert wird nur der neuralgische Punkt, die Schranke an der Sauerlacher Straße. Was links und rechts der Trasse ist, wird vergessen“, meinte Ortsvorsitzender Ewald Kailberth. Franz Wirtensohn lenkte den Blick auf die Belastungen, die auf Geretsried zu kommen. „Damit die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht, zahlt Gelting einen hohen Preis“, sagte er. Ausdrücklich nannte Wirtensohn den Bahnsteig, der fast bis zum Kindergarten reiche. „Das ist nicht die optimale Lösung für mich“, sagte er. Wirtensohn forderte, noch einmal nachzudenken und sich dafür einzusetzen, ob „sich noch etwas ändern lässt“.

Vor zu vielen Änderungswünschen warnte Gerhard Knill: „Schon jetzt ist die 20-jährige Planungsphase für den Bürger nicht nachvollziehbar“, sagte er. „Was auf dem Tisch liegt, ist eine gute Planung, und Wolfratshausen hat nicht viele Chancen, realisierbare Alternativen zur Schranke aufzuzeigen.“

Für die Wolfratshauser CSU hat sich durch den Infoabend der Bahn nichts geändert. CSU-Fraktionssprecher Manfred Fleischer bekräftigte: „Wir sind für die S-Bahn, aber nicht unter diesen Voraussetzungen.“ Er baut darauf, dass möglichst viele Bürger sich kritisch zu den Plänen der Bahn äußern. „Die Wolfratshauser müssen jetzt ihre Einwände anmelden, denn nur dann wird noch einmal ein Erörterungstermin zur S-Bahn angesetzt“, sagte Fleischer. Neue Erkenntnisse habe die Infoveranstaltung am Mittwoch in der Loisachhalle nicht gebracht: „Dafür sind nach wie vor viele Aspekte schlichtweg unverständlich“, stellte Richard Kugler fest. Ein Rätsel sei ihm etwa noch immer, warum das Geretsrieder Rathaus, aber nicht das Gymnasium angebunden werden soll, oder das bevölkerungsreiche Waldram ausgespart werde. Letztlich seien mit der Infoveranstaltung aber vor allem die Argumente gegen die Schrankenlösung neu bestätigt worden.

Die Anwesenden bedauerten, dass zudem keinerlei Bezug auf die Folgen für Wolfratshausen genommen wurde. „Selbst die Frage von Bürgermeister Helmut Forster nach den Folgekosten für die Kommune ist am Mittwoch nicht beantwortet worden“, sagte Alfred Fraas. Dabei sei es seiner Ansicht nach „absehbar, dass die Schranke als Gefahrenquelle spätestens in ein paar Jahren wieder beseitigt werden muss“.Land und Bund hätten längst ein milliardenschweres Förderprogramm laufen, um genau solche höhengleichen Bahnübergänge, wie er in Wolfratshausen geplant ist, wieder abzuschaffen. „Dann bleibt nur, die Sauerlacher Straße tiefer zu legen“, sagte Fraas. „Und dann haben wir ein wirkliches Jahrhundertbauwerk, einen Grand Canyon und die größte Katastrophe zugleich.“ Richard Kugler bekräftigte: „Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Schranke wehren.“ (Siggi Niedergesäss) (cjk)

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