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"Klingt für mich zynisch"

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Eine Bahnschranke kommt für Wolfratshausen an der Sauerlacher Straße nicht in Frage. Selbst wenn diese „aus Holz oder Haribo-Lakritz“ wäre, stellt Vize-Bürgermeister Peter Plößl fest.
Eine Bahnschranke kommt für Wolfratshausen an der Sauerlacher Straße nicht in Frage. Selbst wenn diese „aus Holz oder Haribo-Lakritz“ wäre, stellt Vize-Bürgermeister Peter Plößl fest. © red

Wolfratshausen - Wolfratshausen besteht auf einem Bahntunnel, Minister Zeil entgegnet: Dann muss die Stadt die dazu notwendigen 40 Millionen Euro selbst schultern. Vize-Bürgermeister Plößl protestiert.

In einem Interview mit unserer Zeitung hat Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil zur geplanten S-Bahn-Verlängerung Stellung genommen. Einige Aussagen des FDP-Politikers haben Wolfratshausens Vize-Bürgermeister Peter Plößl die Zornesröte ins Gesicht getrieben. Bei einem Redaktionsbesuch machte Plößl seinem Unmut am Dienstag Luft.

Dass Minister Zeil in dem Interview zum einen auf seine kommunalpolitischen Wurzeln verweist und im nächsten Moment feststellt, dass Wolfratshausen 40 Millionen Euro für den gewünschten Bau eines S-Bahn-Tunnels an der Sauerlacher Straße aus eigener Tasche bezahlen müsse, „klingt für mich zynisch“, so Plößl. „Wir haben einen klaren Auftrag der Bürger“, sagt der Vize-Bürgermeister mit Blick auf das Ergebnis des Bürgerentscheides zur so genannten Schrankenlösung. Der Auftrag laute nicht, die S 7-Verlängerung zu verhindern, betont Plößl, „sondern Schaden von der Stadt Wolfratshausen abzuwenden und das drohende Verkehrschaos zu verhindern“.

Plößls Hoffnungen ruhen auf Ministerpräsident Horst Seehofer. Der hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Loisachhalle wie berichtet einen Runden Tisch zur S-Bahn-Verlängerung in Aussicht gestellt. In diesem Kreis müsse die Frage beantwortet werden, wer 40 Millionen Euro für ein Tunnelbauwerk an der Sauerlacher Straße auf den Tisch legt. Plößl: „Wobei die von der Bahn in den Raum gestellten 40 Millionen für mich keinen evangeliaren Charakter haben.“ Die Summe muss nach Plößls Meinung auf mehrere Schultern verteilt werden. Er sieht den Freistaat, eventuell den Bund sowie die Loisachstadt in der Pflicht. Selbstverständlich müsse zu gegebener Zeit auch ausgelotet werden, ob sich Geretsried finanziell an einem solchen Bauprojekt außerhalb seiner Stadtgrenzen beteiligen kann und will. „Wir müssen uns als Wolfratshauser fragen, ob uns unsere Stadt eine solche Investition wert ist“, regt Plößl an. (cce)

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