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Klaus HeilinglechnerBürgermeister von Wolfratshausen

Die Zeit drängt

Wolfratshausen - Immer noch fehlen in der Stadt Krippen- und Kindergartenplätze. Eine Entscheidung rückt aber näher. Heute Abend findet zu diesem Thema im Rathaus ein Info-Treffen mit betroffenen Eltern statt.

Die Zeit drängt – und die Entscheidung rückt näher. In knapp einem Monat werden voraussichtlich die entscheidenden Weichen gestellt sein, um den drohenden Engpass bei den Kindergarten- und Krippenplätzen zu beseitigen.

Den ersten Schritt macht Bürgermeister Klaus Heilinglechner am heutigen Donnerstag um 18 Uhr im Sitzungssaal der Rathauses. Die Verwaltung hat die Eltern der von dem Engpass betroffenen Kinder zu diesem Informations-Treffen eingeladen. Er wolle die prekäre Situation schildern und sich den Fragen der Eltern stellen, sagt Heilinglechner gegenüber unserer Zeitung. Der Rathauschef hofft, dass trotz des zeitgleich beginnenden WM-Vorrundenspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die USA möglichst viele Mütter und Väter seiner Einladung folgen.

Für den kommenden Dienstag, 1. Juli, hat Heilinglechner eine Sondersitzung des Stadtrats einberufen. Ab 18 Uhr stellen sich mögliche Träger für eine neue Kindertagesstätte im Sitzungssaal vor. An diesem Abend soll im Idealfall auch über die Bewerber abgestimmt werden. Das wird aber hinter verschlossenen Türen geschehen. Ein Knackpunkt für die Entscheidung könnte das Personal sein. Da die Kommunen seit 2013 gesetzlich dazu verpflichtet sind, Betreuungsplätze für Kinder ab zwölf Monaten anzubieten, sind Fachkräfte Mangelware. Großen Trägern werden bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachgesagt.

Den Grundsatzbeschluss über den Standort der neuen Einrichtung wird das Gremium vermutlich am Dienstag, 15. Juli, treffen. Auf Antrag der CSU hatten die Kommunalpolitiker das Thema vergangenen Dienstag einstimmig vertagt. Begründung: Die Fraktionen wünschten sich mehr Zeit, um sich über das sensible Thema austauschen zu können.

Kultur- und Bauausschuss haben bereits jeweils einstimmig signalisiert, dass Handlungsbedarf besteht. Der Bauausschuss hat sich auch schon für einen Bau in so genannter Holzständerbauweise anstelle der ursprünglich ins Auge gefassten Container ausgesprochen. Das Gebäude könnte im März oder April fertig sein. Favorisierter Standort des Bauausschusses ist die Coop-Wiese in Waldram. Aber auch die Schule Waldram ist noch nicht aus dem Rennen.

Egal wie: In der Zwischenzeit müssen die Kinder irgendwo untergebracht werden. Möglich ist das in anderen Kommunen, in deren Einrichtungen noch Plätze frei sind. Außerdem denkt die Stadt über Übergangslösungen nach. Im Gespräch ist etwa das alte Forstamt an der Königsdorfer Straße.

Zwar hat die Stadt in den vergangenen Jahren bereits rund 100 Krippenplätze geschaffen. Wie im Mai bekannt wurde, sind das aber noch zu wenig. Inzwischen steht fest: Rund 80 Plätze fehlen im Kindergarten- und Krippenbereich.

Von Frederik Lang

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