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Mehr als Humbdada: Die sechs Burschen vereinen Blasmusik mit Blues, Swing, Ragtime, Pop und Jazz. Das kam beim Publikum sehr gut an.

Tromposaund im Holzwirt

„Ziagts d’Schua aus und macht‘s an BH auf“

Ascholding - Tromposaund präsentieren im Gasthaus Holzwirt Blasmusik, „die nix zum Eischlaffa is“.

Blasmusik ist gleich Humbdada – falsch. Seit 2009 gibt es in Holzhausen sechs junge Burschen im Alter von 23 bis 27 Jahren, die zeigen, wie man der traditionellen Blasmusik einen ordentlichen Drive verpasst. Tromposaund heißen die sympathischen Musiker, die klassisch in der Lederhosn mit nackerten Wadeln auf der Bühne stehen und einen schmissigen Sound drauf haben. „Brassant“ nennen sie berechtigterweise ihre jugendlich, dynamische Musik. Am Freitagabend war der große Saal vom Gasthaus Holzwirt in Ascholding restlos ausverkauft. Die meisten waren in Tracht gekommen, viele junge Leute darunter, ein „griabiger“ Abend mit Tradition und weltoffenem Charme. Für ihre Blasmusik in irrwitzigen Variationen, die, wie sie sagen, „nix zum Eischlaffa is“, haben die Holzhauser im vergangenen Jahr den Kunstförderpreis des Landkreises bekommen.

Tromposaund, das sind die „Huaba-Brüder“ Christoph (Flügelhorn/Trompete), Simon (Flügelhorn/Trompete) und Moritz (Tuba/Posaune), ihr Cousin Hans-Peter Huber (Tenorhorn/Bass-Trompete), Josef Schmid (Bariton/Posaune) und Quirin Sturm am Schlagzeug. Ihre Musik vereint Blasmusik mit Blues, Swing, Ragtime, Pop und jazzigen Elementen. „Mir glaub’n, dass die Polka mehr hermacht“, sagen sie, und fordern gleich zu Beginn das Publikum auf: „Ziagts d’Schua aus und macht‘s an BH auf.“ Das hätten die wohl auch gerne getan – wäre Platz zum Tanzen gewesen. So blieb man halt beieinander sitzen und hörte aufmerksam zu.

Tromposaund machen Stimmung, weil die Jungs so grad raus sind, wie sie sind. Inzwischen treten sie auf 40 Hochzeiten und Feiern im Jahr und bei zwei bis drei großen Konzertabenden auf – und immer vor vollem Haus. Vielleicht kommen sie deshalb so gut an, weil sie die bayerische Blasmusik unbeschwert auf ihre Art interpretieren, ihnen freche Liedtexte verpassen. Flügelhorn-Samba und „Gummi-Mambo“, das ist ihre Version auf lateinamerikanischen Rhythmus, schräg und mit langgezogenen Posaunentönen gespielt. „Denkt‘s doch mal an a Schüssel Doag“, ihre Erklärung zur Spieltechnik. Mit Posaunen, dick wie Ofenrohre, interpretierten sie U 2s „I Still Haven’t Found“, gefühlvoll das „One Moment in Time“. Doch bei aller Originalität und irrwitzigen Arrangements bleiben die Burschen aus Holzhausen der traditionellen Blasmusik treu, mischen die Musik der Afroamerikaner bei, bringen die kunstvollen Facetten der Zigeunermusik mit ein, lassen es sauber grooven bei „Roxanne“ von Toto und widmen eigene Stücke ihren besten Fans. Aber immer kommen sie dann doch gerne von den musikalischen Ausflügen zurück zu ihrer bayerischen Heimatmusik. Fazit: Solche jungen Musiker braucht das Land.

Andrea Weber

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