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Die Gespräche zwischen Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (vorne li.), dem CSU-Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber (am Mikro) und dem Bürgermeisterkandidat der Wolfratshauser CSU, Peter Plößl (re.), drehten sich gestern beim Neujahrsempfang in Königsdorf auch ums Thema S7.

Stimmen zum Runden Tisch

„Zug wieder auf die richtigen Schienen gesetzt“

Königsdorf/Wolfratshausen - Am Mittwoch hat der Runde Tisch zur S7-Verlängerung stattgefunden. Jetzt haben sich Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU-Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber und Landrat Josef Niedermaier  dazu geäußert - sie siend mit dem Ergebnis des Spitzentreffens zufrieden.

Ursprünglich wollte sich Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber beim gestrigen Neujahrsempfang des CSU-Kreisverbandes im Posthotel Hofherr in Königsdorf nicht zur S-Bahn-Verlängerung äußern. Doch schließlich gab er dem Drängen seiner Parteifreunde nach. Sollte die Schrankenlösung an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen kommen, befürchtet der 72-Jährige, dass dies zu einer „langfristigen und langjährigen Auseinandersetzung“ zwischen Wolfratshausen und Geretsried führt. Der Alternativvorschlag von Hans Gärtner müsse jetzt überprüft werden. „Und wenn es eine Chance gibt, eine Untertunnelung zu realisieren, muss man die nutzen“, betonte Stoiber. Klar sei, dass Wolfratshausen und Geretsried einen finanziellen Beitrag dazu leisten müssten, ebenso der Landkreis. Das meiste Geld, so der ehemalige Landesvater, müsse jedoch der Freistaat beisteuern.

Der CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber erinnerte beim Neujahrsempfang daran, dass Stoiber vor nunmehr 40 Jahren den Anstoß zur Gleisverlängerung gegeben und das Projekt nie aus den Augen verloren habe. Bachhuber betonte, Verständnis für die Wolfratshauser zu haben, die eine für ihre Stadt verträgliche Lösung wollen. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass Ministerpräsident Horst Seehofer gesagt habe, dass das Nutzen-Kosten-Faktor-Verfahren überdacht werden müsse. Das derzeit angewendete Procedere sei überholt. Bachhuber: „Wenn wir daran festhalten, werden künftig viele Projekte nicht mehr durchführbar sein.“

Am Runden Tisch sei endlich der Gordische Knoten zerschlagen worden, freute sich der Stimmkreisabgeordnete. Bachhuber hatte wie berichtet an der Zusammenkunft in München teilgenommen. „Wir haben den Zug wieder auf die richtigen Schienen gestellt“, sagte er gestern in Königsdorf. Jetzt müsse man das Projekt zielgerichtet vorantreiben. Denn noch „ist nichts in trockenen Tüchern“, so Bachhuber.

Bei der Vorstellung des Wahlprogramms der Bürgervereinigung Wolfratshausen beurteilte Ehrengast Landrat Josef Niedermaier am Freitagabend das Ergebnis des Runden Tischs zur S 7-Verlängerung positiv. Es gebe sicherlich kritische Punkte bei dem Alternativvorschlag des Wolfratshausers Hans Gärtner, sagte Niedermaier. So sei der durch die Eingleisigkeit im Bahnhofsbereich nicht mögliche Begegnungsverkehr problematisch. Der „wirkliche Fortschritt“ bei dem Gipfeltreffen im Verkehrsministerium war für den Landrat die Ankündigung von Innenminister Joachim Herrmann, dass sich der Freistaat finanziell an einer Gleistieferlegung beteiligen würde. Sollte es zu einer solchen Lösung kommen, sagte Herrmann zu, dass der Freistaat „einen nicht unerheblichen Beitrag leisten“ wolle, zitierte Niedermaier den Minister. Der Landrat übersetzt das („aber bitte, ich spekuliere hier nur“) mit 40, 50 vielleicht sogar 60 Prozent der Mehrkosten, die eine Tunnelvariante verursachen würde. Nach ersten groben Schätzungen wären es 25 bis 30 Millionen Euro. Er selbst, so Niedermaier, verweigere sich einer finanziellen Beteiligung des Landkreises „überhaupt nicht“. Der Kreis soll nach dem Willen Herrmanns wie die Städte Wolfratshausen und Geretsried mit zur Kasse gebeten werden. Der Landrat betonte, dass der gesamte Landkreis von der S-Bahn-Verlängerung profitieren würde. Wenn in acht bis zwölf Wochen die Kostenberechnung der Bahn vorliegen würde, müsse intensiv und schnell an der Finanzierung gearbeitet werden. Denn die Gleisverlängerung dulde keinen Aufschub. Der Individualverkehr nehme ständig zu, noch einmal 40 Jahre auf die S-Bahn-Verlängerung warten könne man nicht.

Nina Daebel

und Tanja Lühr

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