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Zwei Unwetter verwüsten weite Landstriche

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Land unter zwischen Eurasburg und Beuerberg: Binnen kurzer Zeit war die Straße überflutet. Die Feuerwehren waren am Freitag und Samstag im Nordlandkreis im Dauereinsatz, unter anderem auch um beschädigte Dächer abzudecken.   Foto: Sabine Hermsdorf
Land unter zwischen Eurasburg und Beuerberg: Binnen kurzer Zeit war die Straße überflutet. Die Feuerwehren waren am Freitag und Samstag im Nordlandkreis im Dauereinsatz, unter anderem auch um beschädigte Dächer abzudecken. Foto: Sabine Hermsdorf

Bad Tölz-Wolfratshausen - Nach zwei Unwettern waren die Feuerwehren am Freitag und Samstag im Dauereinsatz. Hagel und Starkregen wüteten vor allem in Beuerberg, Herrnhausen und Geretsried.

Das Wort „Idylle“ würde das Gut Waltersteig und seine Lage, oberhalb von Herrnhausen, ideal beschreiben. Normalerweise. Nicht aber am Tag nach dem Unwetter, das am Freitag mit Hagel anfing und sich am Samstag mit Starkregen fortsetzte. Es hat den Hof von Vollrad von Poschinger verwüstet; vier seiner Hirschkälber und ein Muttertier wurden von den tennisballgroßen Eisklumpen erschlagen. Dabei ist Poschinger nur einer von vielen Bürgern in Herrnhausen, Beuerberg und Geretsried, der einen hohen Schaden zu beklagen hat. Dort wütete das Unwetter besonders heftig.

Die Feuerwehren Geretsried, Gelting, Beuerberg, Eurasburg, Herrnhausen, Königsdorf und Ascholding waren bis weit nach Mitternacht im Dauereinsatz: am Freitag wegen zerstörter Dächer, am Samstag wegen überfluteter Straßen und Keller.

Mit 30 Kräften war die Feuerwehr Geretsried an beiden Tagen unterwegs. Zu 25 Einsätzen wurden sie am Freitag gerufen. Sie waren am Abend auf dem Weg zur Firma Pulcra Chemicals wegen eines Gasalarm, der sich später als Signalstörung herausstellte, als der Hagelsturm losging. „Körner dieser Größe habe ich noch nicht erlebt“, sagt Kommandant Robert Korndörfer. Dächer und Dachfenster wurden zerschlagen, die die Einsatzkräfte mit Folie abdeckten. Sie schützten die Häuser vor größeren Schäden durch den Regen am Samstag. 30 Mal wurde die Wehr an diesem Tag alarmiert. Etwa, um sich um überflutete Fahrbahnen zu kümmern. An der Elbestraße/Kirchplatz war ein Auto in einer Lache stecken geblieben.

Auch verschiedene Staatsstraßen waren nur schwer zugänglich oder ganz gesperrt. Betroffen waren die Strecke zwischen Lengenwies und Beuerberg, Achmühle und Eurasburg. Auch zwischen Beuerberg und Königsdorf sowie Beuerberg und St. Heinrich kam es zu Behinderungen. In Ascholding drohte der Dorfbach über die Ufer zu treten. Doch die Feuerwehrmänner konnten größeren Schaden abwenden. Das Unwetter verursachte in Geretsried und Gelting einen Stromausfall.

Unter Paul Wenus’ Leitung standen die Einsätze in der Gemeinde Eurasburg. Dem Kreisbrandmeister zufolge hat es in Beuerberg am Freitag die Ortsteile Bruggen, Bräumann, Haag und Waltersteig „besonders erwischt“. Josef Ertl, Kommandant der Herrnhauser Wehr, bestätigt die Einschätzung: „In Oberherrnhausen ist kein Dach mehr heil.“ An die 15 Häuser sind betroffen, auch die Scheunendächer sind „schwerst beschädigt. Eine konkrete Zahl über die Einsätze aller Wehren hat Wenus nicht vorliegen, nur so viel: „Es war stressig.“ Auch die Dächer der Kirche in Beuerberg, der Kindergarten und die Schule sind beschädigt. Eine Schadenssumme kann er noch nicht beziffern. „Weil wohl alles, was ich jetzt sagen würde, zu niedrig wäre.“ Ertl äußert sich nur zum Fall Waltersteig. Dort gehe der Schaden „bestimmt sauber in den sechsstelligen Bereich“. (kat)

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