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Der Vorstand: (v. li.) Eva Greif (Beisitzer), Wolfgang Schäl (Schriftführer), Dr. Kaija Voss, Annekatrin Schulz, Hannelore Greiner (alle Beisitzer), Harald Stebner (Kassier), Dr. Sybille Krafft (Vorsitzende), Bernhard Reisner (stellvertretender Vorsitzender) und Justine Bittner (Beisitzer).

Historischer Verein Wolfratshausen

Geschichte als Publikumsmagnet

Der Historische Verein hat in den vergangenen Monaten das Kunststück fertig gebracht, die Loisachhalle zwei Mal zu füllen: Der Andrang zu ihren Veranstaltungen war gewaltig. Dies wurde in der Jahresversammlung nicht ohne Stolz erwähnt.

Wolfratshausen – Auf mehrere Höhepunkte blickte Dr. Sybille Krafft bei der Jahresversammlung des Historischen Vereins zurück. Der aktuellste war die Gedenkveranstaltung zur Bücherverbrennung am 10. Mai in der Loisachhalle. Der Erlös kommt der Renovierung des Badehauses in Waldram zugute (wir berichteten). Stellvertretender Vorsitzender des Badehaus-Vereins, Wolfgang Saal, sagte dazu in seinem Grußwort: „Es war mir ein Bedürfnis, das riesige Engagement Eures Vereins für das Badehaus zu würdigen.“ Er überreichte dem Vorstand zehn selbst erstellte DVDs über die Veranstaltung.

Der Verein hat 271 Mitglieder

„Als die Loisachhalle wieder eröffnet wurde“, erinnerte sich Bernhard Reisner, Vize-Vorsitzender des Historischen Vereins, „haben Sybille und ich noch gewitzelt, ob wir die Halle jemals voll bekommen.“ Dieses Kunststück gelang ihnen im vergangenen Jahr noch ein zweites Mal: Bei der Vorstellung des Buches „Ärzte, Hexen, Handaufleger“ waren alle Reihen besetzt. Die Mitglieder des Vereins hatten über zwei Jahre recherchiert. Herausgekommen ist ein über 200 Seiten dickes Buch über die Medizingeschichte im Isar-Loisachtal. Den großen Andrang bei der Buchvorstellung wertete Krafft als „großartige Anerkennung der Arbeit unserer 271 Mitglieder“.

Der Nachweis des Ritualbads erforderte viel Arbeit

Deren Engagement besteht aber nicht nur aus der Organisation großer Ereignisse. Annekatrin Schulz etwa versucht in fleißiger Archivarbeit die Existenz des jüdischen Ritualbades, auch Mikwe genannt, in Waldram zu beweisen. Einige Experten hatten diese angezweifelt. „Seit ich davon gehört habe, studiere ich Quellen und Zeitzeugeninterviews“, berichtete Schulz. Eva Greif, Lehrerin am Geretsrieder Gymnasium, organisierte im vergangenen Jahr ein P-Seminar für ihre Schüler. Diese interviewten sieben Bewohner aus dem Lager Föhrenwald. „Für die Kinder war das Gespräch mit den Zeitzeugen eine wunderbare, wichtige Erfahrung“, fasste Greif zusammen. Heimatvertriebene sind das Thema eines aktuellen, neuen Seminars am Gymnasium. Krafft selbst hielt einen Vortrag am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking. Sie thematisierte die Situation der Frauen im Zweiten Weltkrieg.

Paul Brauner zieht sich aus dem Vorstand zurück

Die Vereinsmitglieder zeigten sich zufrieden mit der Arbeit ihres Vorstands und wählten diesen einstimmig wieder. Vorsitzende Krafft wird weiterhin von Bernhard Reisner vertreten. Wolfgang Schäl von Gamm bleibt Schriftführer, Harald Stebner Kassier. Als Beisitzer wurden Justine Bittner, Anja Brandstäter, Eva Greif, Hannelore Greiner, Annekatrin Schulz und Dr. Kaija Voss bestätigt. Paul Brauner, bislang Beisitzer, trat nach sechs Jahren im Vorstand des Vereins zurück: „Auch wenn wir der historische Verein sind, wir Mitglieder müssen nicht historisch sein“, witzelte er. „Aber wenn Not am Mann ist, bin ich natürlich bereit zu helfen.“ Dominik Stallein

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