Zweiter Runder Tisch zur S7-Verlängerung

Zweigleisige Absenkung der S-Bahn ist klarer Favorit

Geretsried/Wolfratshausen - Eine offizielle Stellungnahme zum zweiten Runden Tisch zur S7-Verlängerung ist da. Das Innenministerium teilt mit: Die zweigleisige Absenkung der S-Bahn ist klarer Favorit.

Laut einer Pressemitteilung des Innenministeriums teilt Herrmann mit: „Als klarer Favorit hat sich die zweigleisige Absenkung der S-Bahn herauskristallisiert. Wie bereits in Aussicht gestellt, bekräftigt der Freistaat Bayern seinen Willen, sich finanziell maßgeblich an der Tieferlegung der S-Bahn zu beteiligen. Nun müssen sich die Städte Wolfratshausen und Geretsried sowie der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen für eine Variante entscheiden und ihre Mitfinanzierungsbereitschaft klären. Um die Planung zügig weiter voranzubringen, wäre eine verbindliche Aussage bis Ende Juli 2015 wünschenswert.“

Die bisherigen Planungen für die Verlängerung der S7 von Wolfratshausen nach Geretsried sehen die Beibehaltung des Bahnübergangs mit Schranken an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen vor. Dies hat im laufenden Planfeststellungsverfahren zu nachvollziehbarer Kritik geführt. Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hatte daher mit den örtlichen Politikern, Vertretern der Deutschen Bahn und Fachplanern im Januar 2014 bei einem ersten Runden Tisch die Untersuchung von Alternativen vereinbart. Deren Ergebnisse wurden gestern beim zweiten Runden Tisch vorgestellt.

Die Deutsche Bahn AG hat im Rahmen der Prüfaufträge aus dem ersten Runden Tisch vier Möglichkeiten für den Bereich des Bahnübergangs untersucht. Zwei davon, die Absenkung der Sauerlacher Straße und die zweigleisige Absenkung der S-Bahn, erfüllen alle eisenbahnbetrieblichen, verkehrlichen und städtebaulichen Anforderungen. Die Gärtnerlösung und Fuß-/Radwegunterführung scheiden für weitere Betrachtungen aus. Die zweigleisige Absenkung der S-Bahn vereint die Anforderungen an die Fahrplankonzepte der S-Bahn mit den positiven Auswirkungen hinsichtlich des Schallschutzes, der Umweltverträglichkeit und der städtebaulichen Entwicklung am besten. Die Gärtnerlösung schied vor allem wegen der Eingleisigkeit des Tunnels/Trogs aus. Mit ihr wären die vorgesehenen Fahrplankonzepte der S-Bahn nicht machbar.

Die Vorzugsvariante beinhaltet eine Tieferlegung der S-Bahngleise mit einem zweigleisigen Tunnel/Trog unter der Sauerlacher Straße bis zur Königsdorfer Straße. Allerdings reicht diese Variante weit über die funktional notwendige Lösung der bisherigen Planung hinaus. Die Deutsche Bahn hat für diese Lösung Mehrkosten in Höhe von rund 44 Millionen Euro ermittelt. Hiervon könnten rund 60 Prozent, also rund 27 Millionen Euro, auf Grundlage des Eisenbahn-Kreuzungsgesetzes finanziert werden. Dieser Betrag würde sich bei Realisierung der Absenkung der Sauerlacher Straße ergeben. Er würde von Bund, Deutscher Bahn und Freistaat Bayern als Kostenbeitrag geleistet werden. Damit die noch verbleibende Finanzierungslücke von 17 Millionen Euro geschlossen werden kann, ist jedoch eine finanzielle Beteiligung der Kommunen (Städte und/oder Landkreise) unumgänglich.

Insgesamt werden die anstehenden Entscheidungen und die anschließend notwendige Weiterplanung der S-Bahnverlängerung den zeitlichen Fortschritt des Projektes bestimmen. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass die weiteren Planungen und Genehmigungsverfahren voraussichtlich zusätzlich zwei Jahre in Anspruch nehmen werden. Dieser Zeitverzug relativiert sich aber, wenn die von allen Seiten gewollte Lösung zeitintensive Auseinandersetzungen vermeidet.

Quelle: Bayerisches Innenministerium

Ein ausführlicher Bericht folgt

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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