Zwischenfazit der Pilotgemeinde

Münsing - Die Gemeinde Münsing, seit vier Jahren Pilotgemeinde der Energiewende Oberland (EWO), setzt beim Umstieg auf regenerative Energien in erster Linie auf Nahwärme und Fotovoltaik.

„Wir wollen nach und nach die Nahwärmeversorgung ausbauen“, erklärte Bürgermeister Michael Grasl bei einem Pressegespräch. Dabei sei man auf einem guten Weg. Die Gemeinde selbst versorgt das Rathaus, die benachbarte Grundschule, das Sport- und Freizeitheim am Hartlweg sowie einige Privathäuser in diesem Bereich mit Wärme aus ihrer Hackschnitzel-Heizanlage.

Immer mehr Bürger bauen dezentrale Anlagen, um ihren Betrieb und die Nachbarschaft mit Nahwärme zu beliefern. So sind in Weipertshausen etwa ein Dutzend Häuser an das Netz von Landwirt Josef Strobl angeschlossen. In Degerndorf profitieren etwa 15 Haushalte von der Hackschnitzel-Wärme des Tiefbau-Unternehmers Otmar Holzer. Der Zimmerer Bernhard Ruhdorfer hat ebenfalls eine Hackschnitzelanlage mit 100 Kilowatt Leistung an der Lothgasse errichtet, an die derzeit fünf Nachbarn angeschlossen sind. Ruhdorfer plant nun den Ausbau auf 250 Kilowatt, nachdem sechs weitere Anwohner Interesse an einem Anschluss angemeldet haben.

Für Andreas Scharli, Energiemanager vom Energie-Kompetenzzentrum in Penzberg, bildet Münsing „eine wichtige Säule“ der EWO. Scharli zufolge könnte man sogar noch mehr Holz aus den heimischen Wäldern entnehmen, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden.

Nach Schätzungen von Ernst Grünwald vom Arbeitskreis Energiewende Münsing (EWM) werden bisher höchstens zehn Prozent der Münsinger Haushalte mit Nahwärme aus Hackschnitzeln versorgt. Potenzial sieht Grünwald noch in der Solarthermie. Bei der Fotovoltaik sei Münsing mit seinen genossenschaftlichen und privaten Solaranlagen so weit, dass ein Drittel aller Haushalte versorgt werden könne.

Zur Zeit bietet die EWM eine Energieberatung für Hausbesitzer zur energetischen Gebäudesanierung an. Auch dieses Projekt unterstützen die Gemeinde und die Non-Profit-Genossenschaft der EWM, indem sie einen Teil der Beratungskosten übernehmen. (tal)

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