1250-Jahr-Feier: Gräfelfing im Sammelfieber

Gräfelfing - Anllässlich der 1250-Jahr-Feier hat Gräfelfing ein Sticker-Album herausgegeben. Die Aufklebebilder mit Ortsmotiven sind heiß begehrt.

Sie sortieren Bildchen, sie greifen nach dem Telefonhörer. „Kann ich von dir die gelbe Villa für Seite 40 eintauschen? Von mir bekommst du dafür die Hausnummer 38 ½.“ Schüler, die jetzt in den Ferien viel Zeit haben, beugen sich eifrig über die Jubiläumsmappe aus dem Gräfelfinger Rathaus. Nicht nur sie. In manchen Familien sitzen an Regentagen auch Mütter und Großeltern mit am Tisch. Helfen beim Einkleben, noch wichtiger, steuern nötiges Hintergrundwissen bei. Wie Anton Diehl. Der Grafiker und Kunstmaler aus der bekannten Gräfelfinger Dynastie wohnt zeitlebens in der Killerstraße und kennt sich aus. Er kann sich an historische Höhepunkte erinnern und ist bewandert in der aktuellen Entwicklung der Kommune.

„In dem Band ist alles drin“, sagt er begeistert. „Wenn ich die Geschichte vom Zeppelin lese, der sich über Max Dieckmanns Anwesen verneigte, kommt mir die Erinnerung, wie wir als Kinder aufgeregt um das Haus herumgeschlichen sind. Seine Innovationen im Bereich Funk oder Radar waren in unserer Familie ein großes Thema.“ Der geschulte Blick des Künstlers goutiert gerade Kleinigkeiten. Den passenden Bildausschnitt zum Wand-Mosaik in der Michaelskirche hat er natürlich gleich gefunden. „Auch zum Stammtisch habe ich meine Mappe schon mitgebracht.“ Dort trifft er oft auf Brigitte Hartl. „Ich finde es super, dass die Gemeinde diese Mappe herausgibt“, sagt die Lochhamer Geschäftsfrau. „Das ist genau das Gegenteil von überflüssig“, schwächt sie die kritischen Stimmen ab, die ihr zu Ohren kamen. Im Freundeskreis habe aber die Idee, Ortsgeschichte einmal auch kreativ mitzuschreiben, noch nicht so viel Anklang gefunden, da sind sich Diehl und Hartl einig.

Mitte April flatterte das Jubiläumsalbum in alle Gräfelfinger Briefkästen. „Inzwischen gehen Mappen und Fotos zur Neige“, berichtet Birgit Doll. Doch die Nachfrage sei nach wie vor groß. Die Mitarbeiterin im Pressereferat freut sich über viele positive Rückmeldungen. Das Jubiläumskonzept sei aufgegangen. „Wir hatten alle Generationen im Auge und wollten dazu anregen, selbst mit der Mappe zu arbeiten.“ Eine Idee, für die sich mit besonderem Elan Gudrun Langenhein aus Lochham erwärmt hat. Sie schwärmt jetzt verstärkt mit der Kamera aus, entdeckt immer neue Motive. „Die Christus-Kapelle vom Lochhamer Schlag kannten sie nicht mal im Rathaus“, stellte sie fest. Ihr ganz individuelles Jubiläums-Album erweitert sie um viele Seiten. „Ich schneide die Seiten aus, gebe sie in Klarsichtfolien und ergänze sie mit eigenen Fotos und Dokumenten.“ Wer weiß, vielleicht macht die Hobbyfotografin bald dem Archiv Konkurrenz?

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