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Die U-Bahnlinie der U6 soll nach Martinsried verlängert werden.

U6-Verlängerung bis Martinsried

15 Löcher für U-Bahn-Tunnel gebohrt

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Bohrungen an 15 Stellen zwischen Großhadern und Martinsried sind das erste sichtbare Zeichen der U-Bahn-Verlängerung. Wann die Bauarbeiten losgehen, vermag die U6-Projektmanagementgesellschaft nicht zu sagen.

Planegg – Seit die Regierung von Oberbayern den Planfeststellungsbeschluss im September um fünf Jahre verlängert hat, ist der Zeitdruck weg. Bis spätestens 5. November 2023 muss nun an der Verlängerung der U-Bahnlinie 6 von Großhadern nach Planegg gebaut werden.

Bauherr ist die Gemeinde Planegg, die im vergangenen März die Aufgabe, das Bauwerk schlüsselfertig und betriebsbereit herzustellen, an die U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co.KG (PMG) übertrug. Unter Leitung von Geschäftsführer Dimitri Steinke bemühte sich die PMG laut Pressemitteilung in den vergangenen Monaten darum, sich „als Projektschnittstelle“ zu etablieren und die U6-Verlängerung voranzutreiben.

In den nächsten Wochen werden die Projektsteuerungsleistungen europaweit ausgeschrieben. In der Zwischenzeit befasst sich die PMG nicht nur mit Genehmigungsmanagement, sondern auch mit Kampfmittelsondierung und Aufschlussbohrungen. Solche Maßnahmen würden bei anderen Großprojekten regelmäßig von den Projektsteuerern betreut, heißt es. Um jedoch keine Zeit zu verlieren, habe die PMG diese Aufgaben selbst übernommen.

Aufschlussbohrungen dienen der Erkundung des Baugrunds, um sich mit Abfolge und Aufbau der Bodenschichten sowie der Grundwassersituation vertraut zu machen. Im Oktober wurde an 15 Stellen, verteilt über das gesamte Baufeld, bis zu 20 Meter tief gebohrt, um Proben für bodenmechanische Laborversuche zu entnehmen. 2015 hatte es bereits erste Aufschlussbohrungen gegeben, die aber nur zur Orientierung dienten. Ein geotechnischer Bericht, der für die genaue Tragwerksplanung erforderlich ist, wird gerade erstellt.

Die naturschutzfachlichen Unterlagen, die noch aus der Zeit vor der Planfeststellung 2013 stammen, müssen aktualisiert werden, sämtliche Planunterlagen an die neuesten gesetzlichen und technischen Anforderungen angepasst werden.

Vor allem wegen neuer Anforderungen in Sachen Brandschutz habe die PMG intensive Gespräche geführt. Eine brandschutztechnische Bewertung der Planunterlagen sowie Entrauchungssimulationen, die nachweisen, dass im Brandfall alle Fahrgäste genügend Zeit haben, den U-Bahnhof sicher zu verlassen, werden erstellt.

In Sachen Baubeginn gibt sich die PMG zurückhaltend. Derzeit werde der Zeitplan aktualisiert, seriöse Aussagen seien nicht möglich. Münchens Landrat Christoph Göbel wagte auf der Planegger Bürgerversammlung am Mittwoch zumindest die Prognose, dass die U-Bahn in fünf bis sieben Jahre fahren werde.

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