In dieser Mülltonne fand ein Mitarbeiter von Hausmeister Okan Demir (Foto) die Geldkassette. A-Foto: Kruse

19-Jähriger unterschlägt Geld aus dem Müllcontainer

Planegg - Ein 19-Jähriger ist zu 32 Stunden Sozialdienst verurteilt worden. Er hatte mit Kollegen eine Kassette mit 10000 Euro im Müll gefunden und einen 500-Euro-Schein unterschlagen.

Der 19-Jährige kam vor dem Amtsgericht Starnberg glimpflich davon. Der bislang nicht vorbelastete, kein Deutsch sprechende Angeklagte, der bulgarische Wurzeln hat, ließ in der Verhandlung durch einen bestellten Dolmetscher vortragen, man sei bei dem Fund der Geldkassette im März 2011 eigentlich zu dritt gewesen: Sein Chef, der Hausmeister jener Wohnanlage, in deren Müllsammelcontainer die Kassette entdeckt wurde, habe ihnen damals gesagt, sie sollten „die Finger davon lassen“, so der Angeklagte. Man habe die Kassette jedoch mittels einer Handzange aufgestemmt und 10000 Euro darin vorgefunden. Der Hausmeister habe behauptet, er kenne die Leute, denen die Fundsachen gehörten. Doch ehe diese den Besitzern übergeben oder das Geld auch nur gezählt werden konnte, habe der dritte „Kollege“ im Bunde bereits zwei 500- Euro-Noten aus der Kassette an sich genommen und ihm einen davon zugesteckt, so der 19-Jährige.

Dieser hatte das Geld anschließend drei Tage lang für sich behalten, ehe er sich „mit schlechtem Gewissen“ bei der Polizeiinspektion Planegg meldete. Und weil er das Geld auch da noch nicht dabei hatte und stattdessen lediglich ankündigte, er werde die 500 Euro demnächst zurückgeben, kam es zur Anklage wegen Fund-Unterschlagung - öffentliches Strafverfolgungsinteresse.

Die Besitzer des Geldes, ein Rentner-Ehepaar aus Planegg, hatten übrigens keine Strafanzeige erstattet und laut Amtsrichter Ralf Jehle „sogar den üblichen Finderlohn“ gezahlt. Sie seien heilfroh gewesen, nach lange vergeblicher Suche doch noch das Geld wieder zu bekommen, so Jehle. In den Sammelcontainer der Wohnanlage waren die 10 000 Euro übrigens gelangt, weil der Ehemann das Geld während einiger Urlaubstage an einem vermeintlich besonders sicheren Platz, nämlich im häuslichen Mülleimer, versteckt hatte. Dies auch noch, ohne seine Frau davon in Kenntnis zu setzen., die dann den „Müll“ entsorgte. Den Banken misstraute der Rentner offenbar.

Ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den dritten Finder des Geldes war laut Richter Jehle gegen Auflagen eingestellt worden. Der zu 32 Sozialstunden verurteilte Starnberger ist nach eigenen Angaben Analphabet und darf einen Teil der Stunden nun sinnvoller Weise mit einem Sprachkurs ableisten: Er sucht in Deutschland nach wie vor Arbeit.

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