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Vor dem Sturz stand ein Besuch beim örtlichen Griechen.

Nach ausgiebigem Ouzo-Genuss

Mit 1,93 Promille gestürzt

Krailling - Die feuchtfröhlichen Freuden beim Wirtshausstammtisch blieben für einen Kraillinger Studenten nicht ohne Folgen.

Nach ausgiebigem Ouzo-Genuss beim örtlichen Griechen trat der 22-Jährige den Heimweg mit seinem Rad an. Zu Hause sollte er zu mitternächtlicher Stunde jedoch mitnichten wohlbehalten ankommen. In Gauting stürzte der sportliche Mann derart schwer, dass vorbeilaufende Jugendliche sich seiner annahmen und den Sanka alarmierten.

Juristisches Nachspiel: Vor dem Starnberger Amtsgericht musste sich der 22-Jährige jetzt wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verantworten. Gretchenfrage in Sachen Schuldspruch blieb im Prozessverlauf bis zuletzt: Fuhr der betrunkene Kraillinger auf seinem Hollandrad oder schob er es lediglich, als er zu Fall kam? „Er hat gemerkt, dass er ordentlich einen sitzen hat und hat sein Rad geschoben. Dann ist er gestolpert und übers Pedal geflogen. Dabei hat er sich verletzt und sich erbrochen, als die Jugendlichen kamen“, so die Einlassung des Rechtanwaltes. Bei der Polizei habe sein Mandant zwar spontan angegeben, er habe das Rad „geführt“, dabei habe es sich jedoch um ein reines Missverständnis gehandelt. „Der Angeklagte verstand unter Führen, dass er das Rad nur schob und nicht fuhr“, erklärte der Advokat. Mit Schürfungen an den Händen, Kinn-Platzwunde und Gehirnerschütterung verbrachten die Sanitäter den Studenten ins Krankenhaus, wo ihm angesichts von stattlichen 1,93 Promille eine Alkohol-Intoxikation attestiert wurde.

Für die Staatsanwältin gereichten die Verletzungen zu berechtigten Zweifeln: „Das hört sich schon eher an, als wären sie sauber vom Rad gefallen.“ Belastende Angaben machte auch ein Polizist im Zeugenstand: „Der Angeklagte sagte unmittelbar nach dem Sturz, er sei gefahren und gestürzt, weitergefahren und wieder gestürzt.“ Erst im Klinikum Starnberg habe der 22-Jährige seine Aussage korrigiert und angegeben, er habe seinen Drahtesel nur geschoben. „Wahrscheinlich ist ihm dann erst der Ernst der Lage klar geworden“, so der Beamte.

Richterin Brigitte Braun sah am ersten Prozesstag von einer Urteilsfindung ab und gab dem Beweisantrag der Verteidigung statt. Demnach soll zur endgültigen Aufklärung der Sturzumstände ein rechtsmedizinisches Sachverständigengutachten herangezogen werden. Die Prozessfortsetzung wird für Ende April erwartet.

nh

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