SPD-Neujahrsempfang mit verkehrspolitischem Schwerpunkt: Die Gräfelfinger Sozialdemokraten (v.li.) Dieter Horch, Franz Lang, Heidi Plank-Schwab, Manfred Dirndorfer sowie Stadt- und Bezirksrätin Constanze Söllner-Schaar präsentierten ein eigenes Alternativkonzept zur aktuellen Planung der Staatsstraße St 2063 neu. Foto: Dagmar rutt

St 2063neu: SPD droht mit Bürgerbegehren

Gräfelfing - In der anstehenden Entscheidung zum Bau der Gräfelfinger Umgehungsstraße St 2063 neu wird ein Bürgerbegehren immer wahrscheinlicher. Auf ihrem Neujahrsempfang stellte die SPD am Montag nicht nur ein eigenes Alternativkonzept vor, sondern sprach sich auch für ein Bürgerbegehren aus, sollte die Ratsmehrheit an der aktuellen Planung festhalten.

Die Gräfelfinger Sozialdemokraten wollen sich mit einer Gemeinderatsmehrheit zum Bau der Staatsstraße 2063 neu nicht abfinden. Im Falle einer Ratsentscheidung für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die derzeit verfolgte Variante mit einer ostseitigen Umgehung der Heitmeiersiedlung will man ein Bürgerbegehren initiieren und sich nach Verbündeten umsehen.

„Wir wollen gemeinsam eine überfraktionelle Lösung suchen“, sagte Heidi Plank-Schwab, Ortsvereinsvorsitzende und Gemeinderatsmitglied, am Montag auf dem Neujahrsempfang der Gräfelfinger SPD im Bürgerhaus. Ziel der Drohkulisse soll nicht unbedingt ein komplettes Verhindern des Projektes sein. Man wolle aber eine eingehende und unabhängigere Prüfung weiterer Varianten erreichen, so Plank-Schwab.

Gleichzeitig mit der Erklärung der Bereitschaft zu einem Bürgerbegehren präsentierte die SPD ihre eigene Variante der zukünftigen Verkehrsabwicklung. Unter dem Titel „Paket der vielen kleinen Schritte“ setzt sie auf klein dimensionierte Eingriffe, die in der Summe wirken und einen Straßenneubau überflüssig machen sollen. Dieser Vorschlag, der, wie die SPD-Mitglieder zugestehen, nicht von Fachleuten erarbeitet sei, sieht ebenfalls einen Rückbau der Würmtalstraße vor. Die Pasinger Straße soll indes nicht aufgelassen werden und weiter die Hauptverkehrslast tragen. Zwischen der Würmtalstraße und der Lohenstraße soll lediglich eine Geschwindigkeitsbegrenzung gelten. Die Zufahrt zur Autobahn A 96 in Richtung München soll durch das Gewerbegebiet über die Lohenstraße und den Lochhamer Schlag erfolgen, an dessen Ende eine zusätzliche Aus- und Auffahrt zur Autobahn entstehen soll. „Diese Auffahrt ist das Kernstück des Vorschlages. So würden 20 bis 30 Prozent des Verkehrs frühzeitig von der Pasinger Straße abgeleitet“, sagte Ortsvereinsmitglied Dieter Horch, der die Idee vorstellte. Die Zufahrt in Richtung München an der bisherigen Einfahrt soll im Gegenzug geschlossen werden. Die Verteilung des Verkehrs auf die beiden Ausfahrten soll über eine angepasste Abbiegeregelung an der Zufahrt der bisherigen Ausfahrt zur Pasinger Straße sichergestellt werden. Ein Linksabbiegen in die und ein Rechtsabbiegen aus der Pasinger Straße soll dort verboten sein. Wer von der A 96 aus Lindau kommend über die Pasinger Straße in Richtung Planegg oder Gräfelfinger Ortszentrum fahren will, erreicht sein Ziel dann nur noch über die neue Ausfahrt. Die nördliche Autobahnausfahrtsspur für den Verkehr aus Richtung München soll zugunsten einer Lärmschutzwand aufgelassen, die eigentliche Ausfahrt nach Westen verlegt werden. Ein hinreichender Lärmschutz für die Heitmeiersiedlung ist Horchs Ansicht nach auch bei dieser Variante technisch möglich.

Um eine Verbesserung der Situation am Anger auf der anderen Würmseite zu erreichen, sieht der SPD-Vorschlag das Aufbringen von Flüsterasphalt auf der Pasinger Straße zwischen Lohen- und Lochhamer Straße vor. Das entscheidende Argument für den Vorschlag seien neben der schnellen Realisierbarkeit die Kosten, die die SPD zwar nicht beziffern wollte, die ihrer Ansicht nach aber deutlich unter denen des Straßenneubaus lägen.

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