Präsentierten freudig ihre unterzeichnete Unterstützungserklärung zur Hospiz-Charta (v.li.): Doris Unterreitmeier (1. Vorsitzende Hospizverein Würmtal), Pfarrer Walter Ziermann (Friedenskirche), Gräfelfings 2. Bürgermeister Wolfgang Balk, Franziska Kopitzsch (stellvertretend für das Rudolf- und Maria-Gunst-Haus), Landrat Christoph Göbel und Pfarrer Markus Zurl (St. Stefan).
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Präsentierten freudig ihre unterzeichnete Unterstützungserklärung zur Hospiz-Charta (v.li.): Doris Unterreitmeier (1. Vorsitzende Hospizverein Würmtal), Pfarrer Walter Ziermann (Friedenskirche), Gräfelfings 2. Bürgermeister Wolfgang Balk, Franziska Kopitzsch (stellvertretend für das Rudolf- und Maria-Gunst-Haus), Landrat Christoph Göbel und Pfarrer Markus Zurl (St. Stefan).

25 Jahre Hospizverein Würmtal

„Den Tagen mehr Leben geben“

Der Hospizverein Würmtal hat am Samstag ein Fest zum 25-jährigen Bestehen gefeiert. Nach einem Gottesdienst in St. Stefan mit ökumenischem Segen für alle Hospizbegleiter und gestärkt durch ein opulentes Büffet der Bäckerei Sickinger feierten Mitarbeiter, Förderer und Mitglieder des Vereins „Geburtstag“ im Bürgerhaus.

Würmtal – „Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen“ und „Übers Sterben zu reden, hat noch niemanden umgebracht“ – unter diese Leitsätze der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland hatte auch Doris Unterreitmeier, seit 2013 Vorsitzende des Vereins, die Veranstaltung gestellt, die Lebensfreude ausstrahlte und der nichts Bedrückendes anhaftete.

Constance Rémi vom Vereinsvorstand und der Palliativarzt Berend Feddersen führten charmant und amüsant durch den Abend mit Grußbotschaften und Einblicken in die Arbeit des Vereins und der Koordinierungsstelle. Nicht rasche Hilfe zum Sterben, sondern einfühlsame Begleitung, Trost und Hilfe beim Sterben seien Anliegen der Hospizbewegung.

Die Vereinsvorsitzende, Landrat Christoph Göbel, Ludwig Balk, 2. Bürgermeister von Gräfelfing, und Pfarrer Walter Ziermann von der Friedenskirche sprachen dem Verein Grüße und Glückwünsche aus. Sie dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Gründungsmitgliedern aus der Frauen-Union (Erika Brink, Brigitte Braun, Monika Meier-Pojda, Ulrike Höfer, Eleonor Zwissler und andere), die 1996 unter der Schirmherrschaft von Heiner Janik den 1. Hospizverein im Landkreis München ins Leben gerufen hatten.

Besonders Erika Brinks Beharrlichkeit sei es zu verdanken, dass seit einem Vierteljahrhundert Kranke, Sterbende und ihre Zugehörigen im Würmtal Trost, Beistand und Hilfe erfahren. Ein Apfelbäumchen und eine Bank an der Würm werden zukünftig an ihren unermüdlichen Einsatz erinnern.

Selbst Staatsminister Klaus Holetschek hatte online ein Grußwort geschickt. „Man kann dem Leben nicht mehr Tage, aber den Tagen mehr Leben geben“, zitierte Wolfgang Balk die Grundidee der Bewegung, die sich seit Eröffnung des Christopher’s Hospiz in London 1967 stetig verbreitet.

Um das einstige Tabuthema im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern, wurde von 50 Organisationen eine Charta erarbeitetet, welche die Projektleiterin Franziska Kopitzsch mitreißend vorstellte. Die feierliche Unterzeichnung durch Landrat, Bürgermeister und die Geistlichen der evangelischen und katholischen Gemeinden bildete den Höhepunkt des Abends. Mit der Unterschrift kann jede und jeder seine Unterstützung des Anliegens bekräftigen „zur Weiterentwicklung der Versorgung und Motivierung der Politiker!“ Ausführliche Information und Unterschriftenlisten sind unter www.charta-zur-betreuung-sterbender.de zu erhalten.

Die Arbeit der Hospizbegleiter ist für beide Seiten ein Gewinn, bestätigten anwesende Mitarbeiter. Andrea Ossimitz fand in der Einsatzleitung „eine erfüllende Aufgabe, bei der der Mensch, seine Erkrankung und seine Umgebung im Mittelpunkt stehen“, wie sie in der Vereinsbroschüre schreibt. Darin ist auch die Geschichte des Vereins mit 120 Mitgliedern und 25 Hospizbegleitern nachzulesen.

„Hospizhelfer ,retten’ nicht vor dem Tod und helfen nicht hinüber, sondern tragen eine Laterne, die den Weg erleuchtet“: Pfarrer Markus Zurl sprach die christliche Hoffnung aus, dass im Sterbeprozess der Mensch zum Licht und zum wahren Schauen geführt werde wie der blinde Bartimäus im Evangelium des Anfangsgottesdienstes.

Friederike Tschochner

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