Im Fitnessstudio des Martinsrieder Sportzentrums posieren die Trainer Stefan Heilmeier und Norbert Ottinger (v.li.)
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Im Fitnessstudio des Martinsrieder Sportzentrums starten die Trainer Stefan Heilmeier und Norbert Ottinger (v.li.) nach der Zwangspause wieder durch.

Würmtaler Fitnessstudios

„30 Prozent der Mitglieder verloren“

  • Peter Seybold
    VonPeter Seybold
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Einen regen Andrang verzeichnen die Würmtaler Fitnessstudios, seitdem sie seit Pfingstmontag wieder öffnen dürfen. Durch die sieben Monate währende Schließungszeit haben sie fast ein Drittel ihrer Mitglieder verloren und starke finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

Würmtal – Durch die gelockerten Corona-Bestimmungen dürfen die Würmtaler Fitnessstudios nach sieben Monate Pause wieder öffnen. „Gleich am Montag standen 150 Leute vor der Tür: Durch unsere insgesamt 8000 Quadratmeter große Fläche fanden aber alle Platz“, berichtet Klaus Holzapfel, Geschäftsführer des Martinsrieder Sportzentrums. Die Mitglieder müssten sich natürlich wie überall per „Click & Fit“ registrieren und ihre Kontaktdaten angeben. Zwischen den Geräten herrscht eine Maskenpflicht. Eine Testpflicht besteht seit wenigen Tagen nicht mehr. Das Sportzentrum achtet selbstverständlich darauf, dass auch alle anderen Corona-Hygieneregeln eingehalten werden. „Durch unsere Cabrio-Dächer über den Hallen können wir jederzeit über jeden Bereich das Dach öffnen und für frische Luft sorgen“, sagt Klaus Holzapfel. Alle Sportler würden sich sehr über die Wiedereröffnung freuen.

Auch Personal abgesprungen

Die monatelange Schließungszeit ist am Sportzentrum nicht spurlos vorbeigegangen. „Wir haben rund 30 Prozent unserer Mitglieder verloren, auch Personal, vor allem Aushilfen, sind abgesprungen“, berichtet Holzapfel. Der Geschäftsführer bekam Kredite und nahm private Mittel in die Hand. Der finanzielle Schaden war dennoch so groß, „dass ich zwischendurch schon überlegte, ob wir überhaupt wieder eröffnen“, so Holzapfel.

Generalreinigung während Zwangspause

Der Geschäftsführer ist für die kommenden Monate dennoch optimistisch. Das Sportzentrum nutzte die Zwangspause, um zu renovieren, zu sanieren und für eine Generalreinigung. Auch das „Ristorante Sportiva“ wurde in Schuss gebracht, wo es nun unter anderem neue Technik und eine überarbeitete Speisekarte gibt. Im Sportzentrum können künftig auch alle Mitglieder des bisherigen Martinsrieder Fitnessstudios von Michael Kallert trainieren, der sein Studio aufgegeben hat (wir berichteten).

Entgegenkommen der Vermieter

„Erstaunlich viele“ Mitglieder sind die ersten Tage auch in das Stockdorfer Studio „Life Gym“ gekommen. „Es hat alles sehr gut geklappt“, berichtet Geschäftsführer Stefan Kürschner. Ein Problem sei aber, dass in jedem Landkreis aufgrund der unterschiedlichen Corona-Inzidenzen unterschiedliche Regeln gelten und sich diese regelmäßig ändern, was manche Mitglieder verwirre. Die lange Schließungszeit sei „beschissen“ gewesen, so Kürschner. „Stellen Sie sich vor, wenn sie als Selbstständiger plötzlich sieben Monate ihren Beruf nicht ausüben dürfen, der ihnen ja eigentlich viel Freude macht“. Da auch von der Politik keine Gelder kamen, habe er für alles in Vorleistung gehen müssen. Zwar sei das Stockdorfer Studio wie auch sein Studio in Seefeld finanziell einigermaßen durch die Ausnahmezeit gekommen. Dies habe aber unter anderem an dem Entgegenkommen der Vermieter und der Treue vieler Mitglieder gelegen.

Schlechte Informationspolitik der Regierung

„Wenn wir uns nur auf die Politik verlassen hätten, hätten wir schon längst zumachen müssen“, sagt Kürschner. Ein sehr großes Problem sei auch die schlechte Kommunikation durch die Regierung gewesen, meint Kürschner: „Fitnessstudios sollten ja eigentlich schon früher wieder öffnen dürfen, dann galten sie plötzlich wieder nicht als Sport-, sondern Freizeiteinrichtungen – da kennt sich niemand aus.“

Auch das Stockdorfer Studio hätte rund 30 Prozent seiner Mitglieder verloren, was natürlich einen großen finanziellen Schaden bedeutet. „Als wir jetzt wieder geöffnet haben, haben wir diesbezüglich auf dem Niveau von vor zehn Jahren aufgemacht“, sagt Kürschner. Der Geschäftsführer blickt für die kommenden Monate dennoch positiv nach vorne und verweist unter anderem darauf, dass Termine fürs Training auch kurzfristig vor Ort ausgemacht werden können.

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