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Freut sich über den Zuschuss aus der Gemeindekasse: Willi Ostler, Vorsitzender des Reitvereins Würmtal, kann die Beregnungsanlage in der Halle austauschen und ein Stüberl bauen.

Gräfelfinger Ferienausschuss bewilligt Zuschuss

50000 Euro für Reitverein Würmtal

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Die Reithalle am Neurieder Weg in Gräfelfing ist gerade mal 20 Jahre alt. Und doch ist die Stabilität der Dachkonstruktion gefährdet.  

Schuld ist eine defekte Beregnungsanlage unter dem Dach. Um sie zu erneuern und gleich noch ein paar andere Arbeiten auf der Anlage durchzuführen, hat der Reitverein Würmtal bei der Gemeinde Gräfelfing einen Zuschuss beantragt. Damit kam im Ferienausschuss des Gemeinderates eine Debatte über die Förderung des Reitvereins auf.

Das Problem mit der Beregnungsanlage wurde vor drei Jahren erkannt, als ein Ingenieurbüro die Statik der Halle untersuchte. Seit vor zehn Jahren 15 Menschen beim Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall ums Leben kamen, sind viele Gemeinden sensibler geworden was ihre eigenen Liegenschaften betrifft. So lässt auch die Gemeinde Gräfelfing die Hallen in ihrer Verantwortung regelmäßig überwachen. Das gilt auch für die Reithalle des Reitvereins, die auf einem Erbpachtgrundstück der Gemeinde steht. Das Gelände steht unter besonderer Beobachtung, denn es befindet sich auf einer vor Jahrzehnten verfüllten Kiesgrube. „Der Untergrund hat sich bis heute noch nicht vollständig gesetzt“, sagt Gräfelfings Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter. „Da ist immer noch Bewegung drin.“ Die Untersuchungen offenbarten bisher zwar keine Folgen der Erdbewegungen, zeigten dafür aber, dass die Düsen der Beregnungsanlage, die den Staub in der Halle binden soll, um die Gesundheit der Pferde zu schonen, von Kalk verstopft sind. Wasser spritzt nach oben auf die Holzträger. Feuchtigkeit, Pilzbefall und Fäule drohen auf Dauer, deren Stabilität zu beeinträchtigen.

Der Austausch kostet 20 000 Euro. Gleichzeitig will der Reitverein die Umrandung des Dressurplatzes erneuern und endlich das seit Jahren geplante Reiterstüberl hinter der Zuschauertribüne in der Halle fertigstellen. Insgesamt kosten die drei Maßnahmen knapp 60 000 Euro. 50 000 Euro soll die Gemeinde übernehmen. Der Verein hat im letzten Jahr zwar einen deutlichen Überschuss erwirtschaftet, trägt aber auch alte Verbindlichkeiten vor sich her.

Willi Ostler, der Vorsitzende des Reitvereins, war eigens als Zuschauer in den Ferienausschuss gekommen, der die im Gemeindehaushalt für 2016 bereits eingeplante Summe freigeben musste. Als sein Anliegen einstimmig beschieden war, bedankte sich Ostler bei den Gemeinderäten für die Unterstützung, wohl wissend, dass einige Ratsmitglieder wohl nicht aus voller Überzeugung zugestimmt haben.

Ostlers Problem ist, dass er zwar einem Gräfelfinger Verein vorsteht, aber nur 70 der rund 330 Mitglieder auch Gräfelfinger sind. Petra Schaber (IGG) brachte daher in der Sitzung eine Vereinsförderung ins Spiel, deren Höhe künftig vom Anteil Gräfelfinger Mitglieder abhängt. Auch Michael Langer (SPD) sagte, man solle das Verhältnis von Gräfelfingern und Nicht-Gräfelfinger bei zukünftigen Entscheidungen mitbedenken. Nur Florian Ernstberger (BVGL) sprang Ostler zur Seite: „Der Reitverein ist ein Aushängeschild von einiger Bedeutung für Gräfelfing.“

Ostler sagt lediglich: „Wir sind froh, dass wir etwas kriegen.“ Es sei beim Reiten nun mal so, dass die Zahl der Mitglieder recht gering und das Einzugsgebiet eines Vereines recht groß sei. Er dürfte bei aller Freude über die aktuelle Entscheidung ahnen, dass das Ringen um Zuschüsse zukünftig zäher werden könnte.

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