Neuer Einnahme-Rekord in Gräfelfing

54 Millionen Euro aus Gewerbesteuer

Gräfelfing - Die Einnahmen der Gemeinde Gräfelfing in diesem Jahr sprengen alle Erfahrungswerte und übertreffen die kühnsten Erwartungen. Und natürlich sind sie ein neuer Rekord im Würmtal.

„Oha, schon wieder gestiegen“, sagt Tanja Lindner nach einem Blick auf den Computerbildschirm. In der Rubrik „vorläufiges Rechnungsergebnis“ bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer für 2015 steht am Dienstag eine deutlich größere Zahl als am Vortag – wieder mal. Wobei: „Ich schaue gar nicht mehr jeden Tag rein; den Luxus erlaube ich mir“, sagt Lindner und muss lachen. Denn so geht es seit Monaten: Die erwarteten Steuereinnahmen von örtlichen Unternehmen steigen und steigen. Stand am Dienstag: 54,2 Millionen Euro. Im Haushalt eingeplant waren für das Gesamtjahr: 32 Millionen Euro. Lindner: „Es ist direkt peinlich, dass man so daneben liegt.“

Natürlich ging die Verwaltung dem Geldregen auf den Grund. Das Ergebnis ist befriedigend: „Es sind zwar auch eine Menge Nachzahlungen aus 2013 dabei, aber nicht nur“, so Lindner. Vielen Gräfelfinger Firmen gehe es einfach sehr gut.

Der übervorsichtige Haushaltsansatz lag in einer Negativerfahrung begründet: 2014 nahm die Gemeinde nur 33,4 statt der eingeplanten 35 Millionen Euro ein. Lindner: „Eine solche Finanzierungslücke ist immer unangenehm.“

Nun also das Gegenteil: Auch wenn nur rund ein Drittel dieses Geldes nach Abzug der Umlagen bei der Kommune verbleibt, ändert sich damit die Finanzlage dramatisch zum Positiven. Während die Rücklage der Gemeinde derzeit gut 20 Millionen Euro beträgt, wird sie zum Jahresende erheblich steigen – um einen zweistelligen Betrag.

Die laufenden Haushaltsberatungen dürfte diese Aussicht merklich entspannen. Doch die Kämmerin sieht keine Trends zu Leichtsinnigkeit und Größenwahn. Lindner: „Wir haben mit dem Schulcampus Lochham und dem Rudolf- und Maria-Gunst-Haus große Projekte vor uns, und jeder weiß: Wir brauchen dieses Geld in den nächsten Jahren.“ In der Tat dulden beide Maßnahmen, der Anbau des Kurt-Huber-Gymnasiums wie auch die Sanierung und Erweiterung des Altenheims, keinen Aufschub und werden viele Millionen verschlingen. Da kommt die aktuelle Geldschwemme einer „glücklichen Fügung“ gleich, wie Lindner feststellt.

Martin Schullerus

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