825-Jahr-Feier

Neuried gründet Jubiläumsverein

Neuried plant im kommenden Jahr eine große 825-Jahr-Feier. Hierfür wird die Gemeinde eigens einen Jubliäumsverein aus der Taufe heben.

Neuried – Im Jahr 1194 wurde die Gemeinde Neuried erstmals zweifelsfrei urkundlich erwähnt. Die damals eigenständige Pfarrei entließ ihre Filiale Forstenried in die Selbstständigkeit. 2019 jährt sich dieses Ereignis zum 825. Mal. Dass das Gründungsjubiläum gefeiert werden soll, darauf hat sich der Gemeinderat bereits vergangenes Jahr verständigt. In welchem Rahmen, ob nur mit einer Festwoche oder aber einem Festjahr, das war in der Sitzung am Dienstag umstritten. Ebenso, ob es für die Organisation eines eigenen Vereins bedarf.

Die Gründung eines Vereins, der das Jubiläumsjahr in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat organisieren und über Sponsoren und Merchandising finanzieren soll, hatte die Rathausverwaltung in einem Entwurfskonzept angeregt. Ziel sei es, finanziell mit einer Null rauszukommen, sagte Bürgermeister Harald Zipfel. Er betonte, dass die Gemeinde die Organisation eines Jubiläumsjahres nicht stemmen könne. Für die 800-Jahr-Feier habe das Rathaus seinerzeit zwei Personen komplett abstellen müssen.

Vonseiten der CSU befürchtete man, dass der Verein am Ende eventuell auf einem hohen Defizit sitzen bleibt. „Und wenn’s den Bach runtergeht, haftet letztlich die Gemeinde“, meinte Fraktionssprecher Michael Zimmermann. Es sei zudem zu überlegen, ob man ein ganzes Jahr feiern müsse. Es könne ausreichen, zusätzlich zu den ohnehin von Ortsvereinen organisierten Feierlichkeiten eine Festwoche zu veranstalten. 825 Jahre sei „kein Datum, wo man sagt, die Welt bleibt stehen“, so Zimmermann.

Bedenken gegen die Gründung eines Vereins brachte auch Oliver Schulze Nahrup (FDP) vor. Dieser treibe möglicherweise einen Keil zwischen bestehende Vereine. Ein ganzes Festjahr kollidiere zudem mit deren Terminen.

Im Rahmen eines Festjahres wolle man gerade alle Vereine ins Boot holen, erklärte Zipfel, jeder könne sein Fest unter das Logo des Jubiläums stellen. „Wir wollen alle Akteure einbinden, die ohnehin am Markt sind.“ Finanzielle Probleme sah Andreas Dorn (SPD) nicht. Für ein derartiges Jubiläum fänden sich sicherlich Sponsoren. Er erinnerte daran, dass die Kosten für das Dorffest inzwischen auf 30 000 Euro gestiegen seien. Das sah Markus Crhak (BZN) ähnlich. „Für das Dorffest drehen wir auch nicht jeden Euro um.“ Das Jubiläum habe jenseits des Haushalts einen Mehrwert für die Gemeinde und könne Hand in Hand mit dem Jahresprogramm der Vereine verlaufen.

Letztlich stimmte nur Schulze Nahrup gegen die Gründung eines Vereins. Laut Entwurfskonzept soll dessen Vorstand aus drei bis fünf Personen bestehen mit dem Bürgermeister an der Spitze. Ihm soll ein Beirat zur Seite stehen, in dem Mitglieder aller Fraktionen vertreten sind. Der Verein erhält eine Anschubfinanzierung von 10 000 Euro. Als erste Aufgabe soll er eine Satzung ausarbeiten, mit der sich dann der Gemeinderat befassen wird. Nach dem Jubiläumsjahr wird der Verein wieder aufgelöst.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein Haus zum Wohlfühlen
Für die Grundschüler ist der Anblick nach fünf Wochen Schule schon Alltag. Jetzt durfte bei einem Tag der offenen Tür auch die interessierte Öffentlichkeit einen Blick …
Ein Haus zum Wohlfühlen
Zahl der Austritte weiter hoch
Die Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz erschüttert die Kirche. In den Würmtalgemeinden haben schon jetzt fast so viele Menschen der Kirche den Rücken …
Zahl der Austritte weiter hoch
Trinkl stoppt Projekt Kletterhalle
Die Boulderhalle in Krailling sollte im November eröffnen. Doch jetzt ist das Projekt offenbar gestorben. Baldur Trinkl hat einen Rückzieher gemacht.
Trinkl stoppt Projekt Kletterhalle
Begehrlichkeiten entlang der Würmtalstraße
„Life Sciences“ statt Wissenschaft: Die Gemeinde Planegg möchte zwischen dem Campus in Martinsried und der Würmtalstraße im Norden auch Gewerbe ermöglichen. Die …
Begehrlichkeiten entlang der Würmtalstraße

Kommentare