Mit Liefer- und Abholservice hält sich Gastronom Anastasio Arvanitis vom „Villa del Duca“ in der Gräfelfinger Bahnhofstraße noch über Wasser. Doch wie bei vielen Branchen-Kollegen verursacht der Lockdown hohen Schaden.
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Mit Liefer- und Abholservice hält sich Gastronom Anastasio Arvanitis vom „Villa del Duca“ in der Gräfelfinger Bahnhofstraße noch über Wasser. Doch wie bei vielen Branchen-Kollegen verursacht der Lockdown hohen Schaden.

Gastronomie in der Corona-Krise

Abholservice deckt zumindest die Fixkosten

Das Planegger Heide-Volm hat in Folge der langen Corona-Ausnahmesituation für immer geschlossen. Bei anderen Würmtaler Restaurants ist die Situation zwar noch nicht so existenziell. Verlängert sich der Lockdown immer weiter, wird es aber auch für einige andere schwierig.

Würmtal – Bei unter 30 Prozent des normalen Umsatzes ist zum Beispiel derzeit der Gräfelfinger Italiener „Villa del Duca“. „Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten einiges privates Geld in das Restaurant reingesteckt. Wenn das Ganze nochmal sehr lange geht, schaffen wir es nicht mehr“, sagt Inhaber Anastasio Arvanitis.

Das Restaurant in der Bahnhofstraße bietet nicht nur Essen zum Abholen an, sondern liefert im ganzen Würmtal und auch bis Germering. Trotzdem sei die Lage schwierig. „Ich verliere langsam das Vertrauen in die Sache“, sagt Arvanitis. Zwei seiner Mitarbeiter sind zurück nach Italien gegangen und kommen, wenn überhaupt, erst wieder, wenn die Situation normaler ist.

Auch die zeitweise im Gespräch gewesenen Teilöffnungen seien im Moment keine Lösung: So habe Arvanitis den Außenbereich vor rund einer Woche nicht geöffnet, auch wenn dies möglich gewesen wäre. „Bei dem Schnee hätte sich das nicht gelohnt. Man muss mehr Getränke und Lebensmittel einkaufen, braucht mehr Personal. Das kann im Moment schnell zum Bumerang werden“, sagt Arvanitis.

Längerer Lockdown, größeres Problem

„Dauert der Lockdown immer länger, wird das Problem für uns natürlich immer größer“, sagt auch Georgios Koutsas, Geschäftsführer des Kraillinger Knossos. Der Grieche ist im Moment trotz des Abholservice bei nur 20 bis 25 Prozent des normalen Umsatzes. Auch staatliche Hilfen seien noch nicht angekommen. Das Restaurant möchte aber ebenso erst draußen wieder aufmachen, wenn es wieder wärmer ist. „Jetzt bringt das nichts“, sagt Koutsas. Existenzbedrohend sei die Lage für das Restaurant im Moment noch nicht, was sich aber ändern könne.

Vergleichsweise gut durch die Situation kommt hingegen das Planegger Pe.Es. Kottmeier, sagt Geschäftsführer Peter Schweitzer, auch wenn das Restaurant ebenfalls große Einbußen habe. Schweitzer muss aber weniger Pacht zahlen, „wir haben ja einen sehr großen Außenbereich, der ein Vorteil sein wird, wenn wir draußen wieder öffnen können“, sagt Schweitzer. Der Wirt ist daher trotz der Einbußen „guter Dinge, durch den Lockdown durchzukommen“, und hofft auf eine Wiedereröffnung im Mai. Das Pe.Es. Kottmeier bietet nur Essen zum Abholen, nicht Liefern an, da sonst die gewohnt hohe Qualität der Gaststätte eventuell nicht gehalten werden könnte.

Zum Glück helfen Vermieter und Staat

„Ganz zufrieden“ ist in Anbetracht der Umstände auch der Neurieder Italiener Noi Ridiamo, berichtet Wirtin Brigitte Ferradino. „Wir sind angenehm überrascht, dass das Mitnahmegeschäft zumindest so läuft, dass wir unsere Fixkosten decken können.“ Auch der Vermieter sei dem Restaurant entgegengekommen, „sodass wir bisher im Vergleich zum Beispiel mit Restaurants in der Münchner Innenstadt mit einem blauen Auge davon gekommen sind, auch wenn der Umsatz natürlich sehr viel niedriger ist als normal“, sagt Brigitte Ferrandino. Für November und Dezember sei auch bereits etwas staatliche Hilfe angekommen, sodass es für das Restaurant trotz des Rückgangs im Moment noch nicht existenziell wird.

Auch das Planegger Mi Casa Su Casa kommt trotz aller Schwierigkeiten noch über die Runden. Der Abholservice laufe gut. Das Mi Su nützt auch den Lieferdienst Lieferando, worüber ebenfalls Bestellungen kommen.

Peter Seybold

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