Trauergottesdienst für Heiner Janik in Starnberg: Fahnenabordnungen aus dem ganzen Landkreis München standen Spalier, während Landrat Christoph Göbel eine einfühlsame, anrührende Rede auf seinen politischen Ziehvater hielt. Foto: SvJ

Abschied von Ex-Landrat Heiner Janik

Würmtal - Nahezu 400 Weggefährten aus der Politik und Verwaltung, Freunde und Verwandte haben bei einem Trauergottesdienst Abschied von Münchens Ex-Landrat Heiner Janik genommen.

Die evangelische Friedenskirche in Starnberg fasste den großen Andrang nicht, weshalb auch davor und im Hof des Gemeindehauses Bänke aufgestellt worden waren. Als Letzte zogen elf Fahnenabordnungen in die Kirche ein, überwiegend Freiwillige Feuerwehren aus dem Landkreis München, aber auch die Feuerwehr und der TSV aus Starnberg. Sie stellten sich rund um den mit bunten Sommerblumen geschmückten Sarg auf. Sogar aus Polen waren Trauergäste angereist - die Landräte der Partnerlandkreise des Landkreises München: Krakau und Wieliczka.

„Seit letztem Mittwoch, dem Sterbetag, brennt eine Kerze, um an Heiner Janik zu erinnern“, sagte Pfarrer Hans Martin Schroeder, dem die Nachbarn geklagt hatten, dass sie bereits das „schallende Lachen“ aus dem Nebenhaus vermissen.

Prof. Otto Gaßner, bester Freund des Verstorbenen, hob dessen Freude am Gestalten hervor, aber auch Janiks Lust am pointierten Formulieren. Thomas Goppel (MdL) habe Janik in seinem Kondolenzschreiben einen „Maßstabsetzer“ genannt. „Heiner war kein Technokrat. Die Würde und Freiheit des Einzelnen waren ihm ganz wichtig. Er hat stets das Verhältnismäßigkeitsprinzip gepredigt“, so Gaßner. Die kommunale Selbstverwaltung habe er auf allen Ebenen der Gerichtsbarkeit verteidigt. Starnberg verdanke Janik ganz besonders den Bau der Brunnangerhalle. Gaßners Fazit: „Du hast ein gelungenes Leben geführt.“

Christoph Göbel, Janiks Amtsnachfolger als Landrat von München, erinnerte an den großen Lebenstraum seines Amtsvorgängers, ein großer Dirigent zu sein. Wer genau hinsehe könne erkennen, dass Janik das für das politische Orchester im Kreistag, in der Verwaltung und auf allen Ebenen des föderalen Staats gelungen sei - „ein Dirigent - Meister seines Fachs“. Göbel erinnerte sich an seine eigene Zeit als junger Jurastudent. Da habe er mit der These seines politischen Ziehvaters Janik, man brauche in der modernen Verwaltung Ermöglichungs-, keine Verhinderungsbeamten, seine Professoren sehr erstaunt. Christoph Göbel: „Heiner war ein sehr sensibler Mensch, ein ungemein großzügiger Charakter, blitzgescheit und humorvoll - eine einzigartige Persönlichkeit.“ Am Ende des Gottesdienstes sang die Trauergemeinde die Bayernhymne, die Vereinsabordnungen senkten ihre Fahnen vor dem Sarg.

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