Das Publikum in der Mehrzweckhalle lauschte gebannt, teilweise sogar erschrocken den Ausführungen Pfeiffers. Fotos: sauer

Abstumpfung bis hin zu Depressionen und Selbstmordgefährdung

Neuried - Der Kriminologe Professor Christian Pfeiffer hat jetzt in Neuried vor brutalen Computerspielen und Filmen gewarnt. Kinder könnten durch dauerhaften Konsum Schaden nehmen.

Die Bestürzung war beinahe spürbar in der fast bis zum letzten Platz gefüllten Neurieder Mehrzweckhalle, als Ausschnitte aus einem Computerspiel per Beamer an eine Leinwand projiziert wurden. Auf einer handelsüblichen Konsole (Playstation) lässt der Spieler wehrlose Frauen, noch um Gnade flehend, ihren grausamen, detailgetreu generierten Tod finden.

Professor Christian Pfeiffer, ehemaliger Justizminister Niedersachsens, studierter Kriminologe und Soziologe, warnte am Donnerstagabend auf Einladung der Würmtaler Volksschulen in seinem Vortrag über die Gefahren der Mediennutzung ausdrücklich davor, solche schädlichen Einflüsse auf Kinder und Jugendliche zu unterschätzen.

„Die hier dargestellte Brutalität setzt sich im Gehirn des Jugendlichen fest, da sie mit hoher Emotionalität verbunden ist“, erklärte Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Die Folgen können in diesem Fall verheerend sein, reichten von Abstumpfung bis hin zu Depressionen und Selbstmordgefährdung.

Pfeiffer gliederte seinen Vortrag in zwei Hauptpunkte: Einmal die Aufklärung über die Gefahr und zweitens die sich daraus für die Eltern ergebende Schutzverpflichtung gegenüber ihren Kindern. Gerade beim zweiten Punkt unterlegte der Sozialwissenschaftler mit zahlreichen Statistiken einen erheblichen gesellschaftlichen Mangel. So haben in München und Umgebung bereits 28 Prozent der Buben (Mädchen 18 Prozent) im Grundschulalter einen eigenen Fernseher im Zimmer, im Vergleichsstandort Dortmund sind es sogar 64 Prozent (49 Prozent).

Aus diesem Vergleich zog Pfeiffer die Schlüsse für den elterlichen Mangel an Schutz: das Bildungsniveau. In Dortmund haben gerade 17 Prozent der Eltern Abitur, in München sind es 53 Prozent.

Wer schlau ist, stellt seinem Kind keinen Fernseher ins Zimmer, diese Botschaft vermittelte Pfeiffer an diesem Abend deutlich. Dennoch sei beim Schutz gerade von Jugendlichen in der Pubertät auch der Gesetzgeber gefragt. So müsste vor allem das Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ nur für Käufer ab 18 Jahren freigegeben werden (bisher ab 12), da dieses laut Pfeiffer süchtigmachende Mechanismen beinhalte. Eine Gefahr, auf die man in Deutschland immer noch nicht richtig eingehe, trotz zahlreicher Warnungen. ck

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