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Buchhändlerin mit Innovationsgeist: Alessandra Trenkle (r.) leitet die Germeringer Phantasia-Filiale. Neue Lese-Konzepte stellt sie heute auf der Leipziger Buchmesse vor.

Leipziger Buchmesse

Bücher-Abo für Kinder als Geschäftsmodell

Planegg - Wie bekommt man Kinder zum Lesen? Alessandra Trenkle hat sich Gedanken gemacht und sucht jetzt Investoren für ihr Startup-Unternehmen.

„Wir stellen immer wieder Bücherlisten für Geschenke zusammen, das können wir auch anders nutzen“, dachte sich Alessandra Trenkle aus Planegg. Ihre Eltern betreiben die Kinderbuchhandlung Phantasia in Planegg. Sie selbst ist 25, studiert in Bozen und leitet seit Dezember vergangenen Jahres die Filiale der Buchhandlung in Germering. Damit nicht genug. Jetzt will sie das Wissen der Buchhändler-Familie anders nutzen – im Internet und Offline.

Auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels darf sie ihr Konzept heute sechs ausgewählten möglichen Investoren und Kooperationspartnern auf der Leipziger Buchmesse vorstellen. „Meine Intention ist es, nicht allein im Onlinemarkt aktiv zu werden“, sagt Trenkle. Ihr Konzept steht auf zwei Beinen. Das eine richtet sich an Menschen, die gerne Bücher verschenken. Online und Offline. Online können unter www.abobuch.de Abonnements verschenkt werden. Der Beschenkte erhält dann monatlich ein Buch. Für Erwachsene gibt es beispielsweise das Krimiabo für 130 Euro im Jahr. Das Abo für Leseanfänger kostet 8,67 Euro monatlich. Alle Bücher sind Neuerscheinungen, also nicht älter als ein Jahr. „Die Gefahr, dass die Beschenkten ein Buch schon haben, ist dadurch sehr gering“, erklärt Trenkle.

Auch offline will Trenkle das Schenken von Büchern leichter gestalten – zumindest was Kinderbücher betrifft. Dafür hat sie die Kinderkundenkarte entwickelt. Ihre Buchhandlung in Germering dient ihr hierfür als Versuchslabor. Die Idee dahinter ist folgende: Eltern oder Großeltern zahlen Geld auf eine Karte, mit der Kinder sich dann beispielsweise einmal im Monat ein Buch in der Buchhandlung aussuchen und auch selbst bezahlen dürfen. „Die Kinder fühlen sich als Kunde wahrgenommen. Die sind so stolz. Das ist so toll“, sagt Trenkle hocherfreut. Im Weihnachtsgeschäft sei die Karte bereits sehr gut angenommen worden. Auf der Karte hinterlegt seien Eckdaten wie das Alter, das Leseprofil und die bisher gekauften Bücher des Kindes. Auf diese Weise können die Kleinen speziell beraten werden.

Für die Karte will die Studentin auch andere Buchhandlungen begeistern: Gegen eine Provision können Buchhändler, die keine richtige Kinderbuchabteilung haben, aber dennoch ihre Kunden in diesem Bereich nicht verprellen wollen, mit Hilfe von Trenkles eingangs erwähnten Listen Expertise und Bücher anbieten. Zum Onlineshop und zur Kinderkundenkarte soll noch eine Plattform namens www.leseratten.net dazukommen. Dort sollen sich Buchhändler, Verlage und Kunden vernetzen können. „Da geht es darum, am Kunden dran zu sein, zu sehen, wie er reagiert“, erklärt Alessandra Trenkle. Das wiederum könne ihr helfen, ihre Listen zusammenzustellen.

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