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Bürgermeister Harald Zipfel im Eingang der Neurieder Grundschule: Der fehlerhaft errichtete Altbau soll auf dringende Empfehlung eines Statikers abgerissen werden.

Altbau der Neurieder Grundschule

"Das Ding muss weg"

Neuried - Der Altbau der Neurieder Grundschule wird abgerissen. Das beschloss jetzt der Bauausschuss einstimmig. Die Alternative, eine Sanierung, sei ökonomisch nicht sinnvoll.

Einstimmig hat der Neurieder Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, den Altbau der Grundschule abzureißen und ein neues Gebäude zu errichten. Damit folgte das Gremium der Empfehlung von Statiker Rainer Grimm, der die Ergebnisse einer im Oktober durchgeführten Untersuchung vorgestellt hatte. Zwar sei die momentane Standsicherheit nachgewiesen worden. „Derzeit besteht keine Gefahr.“ Doch seien bei der Brandschutzüberprüfung erhebliche Mängel aufgetaucht, so der Sachverständige. Unter anderem wurden starke Rissbildungen, freiliegende Bewehrungen und unplanmäßige Rohrdurchführungen im Deckenbereich festgestellt. „Es ist eine zulassungsfremde Bauweise. Das Gebäude hätte damals so nicht abgenommen werden dürfen“, erklärte Grimm. Aufgrund des immensen Nachbesserungsbedarfs sei eine Sanierung der Räumlichkeiten nicht wirtschaftlich. Die Decken müssten aus Brandschutzgründen verstärkt werden, was wiederum zu mehr Last auf die ohnehin mit Rissen behafteten Baustoffe führen würde. Dieter Maier (Grüne) und Paolo Brenner (CSU) vergewisserten sich, ob es keine alternative Stützmöglichkeit gebe, was Grimm mit Verweis auf die Ökonomie verneinte. Die Mitglieder des Gemeinderats waren sich schnell einig, der Empfehlung zu folgen. „Bezüglich der Kosten hat es offenbar keinen Mehrwert, eine Sanierung anzustellen“, sagte Siegfried Schopf (BZN). Michael Zimmermann (CSU) formulierte drastischer: „Das Gebäude ist in desolatem Zustand. Das Ding muss weg.“ Robert Hrasky (BZN) unterstützte dies und fügte an: „So schnell wie möglich, damit keine weiteren Kosten entstehen.“ Denn zwar hat die Gemeinde vom Landratsamt eine Betriebserlaubnis bis Ende 2019 erhalten, doch mit ihr die Auflage, im Halbjahres-Rhythmus die Schäden und Mängel auf ihre Entwicklung hin überprüfen zu lassen. Wann das Gebäude abgerissen wird, steht noch nicht fest. Zunächst muss der Gemeinderat in seiner außerordentlichen Sitzung am kommenden Dienstag sein Einverständnis geben. Dann solle es jedoch möglichst zügig losgehen, meint Bauamtsleiterin Dagmar Hasler. Wenngleich noch einiges zu klären sei, etwa die Ersatzunterbringung der beiden Schulklassen, der Musikschule und des Bauamtes, die bisher im alten Gebäudetrakt einquartiert sind.

Michael Grözinger

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