Prost, auf die Ehrenbürgerschaft: (v.li.) Eberhard Reichert, Bürgermeister Christoph Göbel und Josef Schmid.  Foto: js

Altbürgermeister werden Ehrenbürger

Gräfelfing - Gräfelfing hat zwei neue Ehrenbürger: Die Geehrten sind die beiden Altbürgermeister Josef Schmid und Eberhard Reichert. Am Rande des Maifests erfuhren sie von der Entscheidung.

Die Sonne lachte vom blauen Himmel, die Stockdorfer Blaskapelle spielte auf und das Bier floss in Strömen. Gute Stimmung auf dem Gräfelfinger Feuerwehrgelände: Zahlreiche Gäste hatten sich dort zum 30. Maifest eingefunden. Auch Bürgermeister Christoph Göbel (CSU) war bester Dinge – und hatte darüber hinaus ein glückliches Händchen: Eineinhalb Schläge benötigte er, bis er den Wechsel im Fass versenkt hatte.

Als die Schützen einen Böllerschuss abgefeuert hatten, wartete das Gemeindeoberhaupt mit einer Überraschung auf: Ohne dass sie davon Kenntnis hatten, bekamen die beiden Altbürgermeister Josef Schmid und Eberhard Reichert von ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen. Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzung die Auszeichnung beschlossen. Beide Jubilare waren ziemlich perplex, als sie sich plötzlich auf der Bühne wiederfanden. „Ich hatte mir gerade eine Mass Bier bestellt, da rief mich der Bürgermeister plötzlich zu sich. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht“, sagte Schmid.

Kaum zu glauben, aber wahr: Seit dem Jahr 2000 hat die Würmtal-Gemeinde keinen lebenden Ehrenbürger mehr. Warum das so ist? Archivarin Friederike Tschochner musste bei dieser Frage nicht lange nachdenken: „Das ist eine ganz besondere Auszeichnung, eben die letzte Stufe nach der silbernen und der goldenen Ehrennadel“, sagte die Ortschronistin, die sich zu dem Fest in schwarzer Tracht herausgeputzt hatte. Unterdessen ließ sich Göbel mit zwei Feuerwehrleuten per Drehleiter auf 23 Meter Höhe bringen, wo er den neuen Kranz des Maibaums einhängte. Das hatte fast eine symbolische Bedeutung: Wer im Gemeindeleben „ganz hoch hinauf“ will, der muss halt in Amt und Würden stehen und sollte möglichst schwindelfrei sein.

Neben Schmid und Reichert ist nach 1945 bislang drei Gräfelfingern die Ehrenbürgerwürde zuteil geworden: Paul Diehl, der die Geschicke der Gemeinde als Rathauschef nach dem Krieg lenkte, dem ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Johannes Winter und schließlich Sigi Segl, der 2000 im Alter von 79 Jahren starb und vielen Bewohnern noch bestens in Erinnerung sein dürfte. Zweiter Bürgermeister, Ortschronist, langjähriger Rektor der Grundschule – „sämtliche Gräfelfinger haben ihn in der Schule gehabt“, sagte Tschochner schmunzelnd. Dass der Ortskern verschönert wurde, ist vor allem Segl zu verdanken.

Wer vor dem Jahr 1945 die Ehrenbürgerwürde erhielt, ist nicht gesichert: Zwischen drei und zehn Geehrte soll es gegeben haben, vermutet Schmid.

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