Oldtimer mit altem Kennzeichen: Diesen Anblick dürfte es ab Sommer im Würmtal häufiger geben. Der Gesetzgeber erlaubt es jedenfalls. fkn

Alte Kennzeichen: Nostalgie an der Stoßstange

Würmtal - Die Würmtaler können ab diesem Sommer ein WOR- oder AIB-Kennzeichen wählen - Buchstaben-Codes von Landkreisen, die der Gebietsreform zum Opfer fielen.

Die alten Kennzeichen wie WOR kommen wieder - nicht nur in die Altkreise. Die Neufassung der Kennzeichenvorgaben erlauben es auch einem Herrschinger oder Kraillinger, sich als Wolfratshausener zu tarnen, und alle Gräfelfinger, Planegger oder Neurieder können ab Sommer zum Beispiel ein AIB-Kennzeichen haben - sofern sie das möchten.

Rupert Monn kann es kaum glauben: Ab 10. Juli kann jeder ein Höhenrainer sein. In gewisser Weise. Der Berger Bürgermeister, selbst Höhenrainer, fragte im Starnberger Kreisausschuss genauer nach, wie das mit den Altkennzeichen nun wirklich ist. Es ist nämlich, gelinde gesagt, etwas seltsam. Nachdem bundesweit die Bewohner von heute nicht mehr existenten Landkreisen ihre Autokennzeichen zurückhaben wollten, hat die Politik nachgegeben. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, in denen eine Gebietsreform die nächste jagt, war der Wunsch groß. Kennzeichen, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt - im Fünfseenland betrifft dies nur WOR für Wolfratshausen, im Landkreis München WOR und AIB für Aibling - können nun wieder ausgegeben werden. Wo überall, entscheiden die Landräte. Und die wollen sich nicht mit der Heimatverbundenheit ihrer Bürger messen. Heißt: Ab 10. Juli kann man sich in Starnberg ein WOR-Kennzeichen holen, egal, wo man im Landkreis wohnt, gab Landrat Karl Roth bekannt. Früher hatten lediglich die damaligen Gemeinden Bachhausen und Höhenrain, die bei Auflösung des Landkreises Wolfratshausen zu Starnberg geschlagen wurden, ein WOR an der Stoßstange. Ab Sommer dürfen das auch Kraillinger.

Der Landkreis München sperrt sich ebenfalls nicht und will bei sich WOR und AIB zulassen, erklärte dessen Sprecher Birger Nemitz auf Anfrage. Das heißt: Auch ein Garchinger kann künftig ein WOR-Kennzeichen bekommen, wenn er das denn will. Der Kreis München muss ja mitmachen, sonst würden Einwohner von Schäftlarn oder Baierbrunn, die früher ebenfalls zu Wolfratshausen gehört hatten, durch die Röhre schauen. Für heute noch existente Kennzeichen gilt die Regel jedoch nicht. Sonst hätte im Landkreis München auch STA zugelassen werden können, da Neufahrn früher zu Starnberg gehörte, heute aber als Teil Schäftlarns zum Landkreis München. Dass nur abgeschaffte Kennzeichen erfasst werden, hat das Wirtschaftsministerium als zuständige Stelle nochmals bestätigt. Und auch, dass die Regel dann für alle Einwohner eines Landkreises gilt. Die WOR-Kennzeichen werden übrigens als Wunschkennzeichen geführt, kosten also extra (10,20 Euro).

Bürgermeister Rupert Monn behält in jedem Fall sein STA-Kennzeichnen, erwartet keine große Nachfrage und hält die Regelung nach 40 Jahren für „überflüssig wie einen Kropf“.

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