In der alten Heimat auf Stimmenfang

- Wiedemann ein Ex-Würmtaler

VON HARTMUT BRINGS Würmtal - "Als SPD-Kandidat hat man es in diesen Tagen nicht leicht." Thomas Wiedemann geht symbolträchtig an Krücken durch seinen Stimmkreis München-Land Süd. Ende September will der 40-Jährige bei der Landtagswahl den Sprung ins Maximilianeum schaffen. Im Moment kämpft der Ex-Kraillinger gegen zwei Negativ-Trends.

So reißen die parteiinternen Querelen um die Sozialreformen die Sozialdemokraten womöglich in ein neues Stimmungs-Tief. "Ich habe in meinem Stimmkreis noch nicht einen gehört, der den Anti-Schröder-Kurs der Parteilinken unterstützt", sagt der Kandidat bei einem Besuch der Merkur-Redaktion in Planegg. Und dann beschäftigt sich Wiedemann auch intensiv mit dem Wahlergebnis von 1998, als der Planegger Thomas Roy als SPD-Kandidat des Stimmkreises München-Land Süd überraschend das Landtagsmandat knapp verpasst hat.

Der Geschäftsführer einer Galerie am Gasteig und Assistent des Europaabgeordneten Jannis Sakellariou hat die Ergebnisse seines Vorgängers genau studiert. Sein Fazit: "Es lag nicht nur an den wenigen Zweitstimmen im Landkreis-Norden, sondern auch an zu wenig Erststimmen." Wiedemann will es besser machen und macht die Monate bis zur Wahl die Politik zu seinen Beruf. "Ab mittags bin ich auf der Straße und stelle mich den Bürgern vor."

In Planegg, Neuried und Gräfelfing kennt sich Wiedemann gut aus. Der heutige Brunnthaler wohnte zwischen 1978 und `84 in Krailling. Deshalb weiß der Kandidat auch um die Schwierigkeiten für Politiker im Landkreis München. "Jede Gemeinde ist anders. Da gibt es kein zentrales Wahlkampfthema, mit dem man überall gleich punkten kann", sagt der Familienvater. Das beste Beispiel ist wohl der Autobahn-Südring: Ein Nein zu den wieder aufgewärmten alten Plänen kommt im Würmtal besser an als im Münchner Osten entlang der überlasteten A 99.

Seine Gehhilfe will Wiedemann nach überwundenen Kniebeschwerden so schnell wie möglich wieder los werden. In 16 Gemeinden seines Stimmkreises wartet bis zum Sprung ins Maximilianeum noch ein langer Weg.

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