Daumen hoch für den VdK: Der Vorstand des Ortsverbands Planegg-Gräfelfing wurde im Amt bestätigt. Neu ist nur Monika Kirschning (3.v.li.; Finanzen/Frauenvertreterin), die für die verstorbene Anni Schuster nachrückte. Unser Foto zeigt die Führungsriege – (v.r.) Heidi Planck-Schwab (Schriftführerin), Fritz Haugg (stellvertretender Vorsitzender/Jugendvertreter), Peter Kirschning (Vorsitzender), Siegfried Seydel (Beisitzer), Irmgard Seidel (Beisitzerin) und Wolfgang Mathis (vorne; Behindertenvertreter) – mit dem VdK-Kreisvorsitzenden Günter Jockisch. Foto: Dagmar Rutt

Altersarmut: VdK schlägt Alarm

Würmtal - Die Altersarmut nimmt erschreckende Formen an - auch im Würmtal. Einige VdK-Mitglieder können sich nicht einmal mehr den Sechs-Euro-Beitrag leisten.

Keine guten Neuigkeiten hatte Ortsvorsitzender Peter Kirschning auf der Jahresmitgliederversammlung des VdK Planegg-Gräfelfing in der Gaststätte Heide-Volm. Im wohlhabenden Würmtal habe die Armut zugenommen, schlug er Alarm. „Immer mehr Rentnerinnen tappen in die Armutsfalle“, erläuterte Kirschning. Denn schließlich zögen nicht nur die Reichsten ins Würmtal. Einige Abholer, die auf Lebensmittelspenden der Planegger Tafel angewiesen sind, „sind auch unsere Mitglieder“. Aktuell zählt der Verein 765 Mitgliedern.

Besonders Rentnerinnen hätten inzwischen Probleme, den VdK-Monatsbeitrag von sechs Euro aufzubringen. Betroffen seien etwa 20 Würmtaler. Kirschning versucht diesen Mitgliedern zu helfen: Über den VdK-Landesverband oder das Landratsamt München gebe es eventuell eine Möglichkeit, die VdK-Beiträge für mittellose Menschen zu bezuschussen, hofft Kirschning. Er vermittle Würmtaler mit „wenig Rente“ auch an den Kreisverband. Immer wieder stellten die dortigen Rechtsberater fest, dass Anträge nicht korrekt ausgefüllt sind und den Betroffenen eigentlich mehr Sozialleistungen zustünden. „Armut zu bekämpfen sehe ich als unsere Hauptaufgabe“, so der Ortsvorsitzende.

Kurios hingegen: Der Verband wachse einerseits laut Kirschning. Allein letzte Woche habe er vier Neumitglieder geworben. Doch zum Jahresende würden auch etliche wieder ausscheiden. Das liege daran, dass manche nur die kostengünstige VdK-Rechtsberatung in Anspruch nehmen würden. Kirschning: „Sobald sie als Behinderte anerkannt sind, treten sie wieder aus.“

Kreisvorsitzender Günter Jokisch weiß ein Lied davon zu singen: Seit 2013 hatte ein Mann bei der Kriegsgräberfürsorge Ansprüche geltend gemacht. Übers Bundesversorgungsgesetz wurden ihm drei Prozesse bezahlt. Vor eineinhalb Jahren ging der Kläger dann zum VdK. Doch kaum hatte ihm der Sozial-Verband die 10 930 Euro erstritten, „hat er am nächsten Tag seine Mitgliedschaft gekündigt“, bedauerte der Kreisvorsitzende. Kirschning erinnerte deshalb an die sozialen und gesellschaftlichen Angebote vor Ort.

Beim VdK standen an diesem Abend auch Neuwahlen an. Neue Gesichter muss sich aber niemand merken, alles bleibt beim Alten. Nur ein Posten wurde neu besetzt. „Wir vermissen dich sehr“, erklärte Kirschning. Gemeint war die 2014 verstorbene Anni Schuster, für den Sozialverband lange als Kassiererin tätig. Jetzt hat das Amt Monika Kirschning übernommen, die Ehefrau des Vorsitzenden.

Ein Lob gab es dann doch noch. Der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt, Wolfgang Mattis (33) - selber Rollstuhlfahrer - fand anerkennende Worte für die neuen Toiletten im Heide Volm. Zum Stammtisch „kommt hier jeder barrierefrei raus und rein“. Daumen hoch.

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